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„Sie ist weg.“ Er blickt gen Boden, in Richtung des holprigen und harten Stück Erde, dass ihm Halt zu bieten versucht. „Einfach weg. Ich … ich … ach, verdammt!“ Er verstummt. Es ist ein herber Windstoß, der ihm die Luft aus den Segeln nimmt; der ihn ganz offensichtlich zumindest innerlich zusammensinken lässt. In sich zusammen, viel kleiner, als er in Wahrheit ist. „Wir haben uns doch immer gesagt …wir haben doch gemeint, dass es kein Ende für uns geben werde, nicht wahr? Dass wir alle Widrigkeiten schaffen, alle Träume gemeinsam, alle Nächte zu zweit erleben werden, weißt du?“ Seine Stimme verblasst, verwelktes und vom Regen der vergangenen Tage aufgeweichtes Laub klebt vor seinen Füßen am Boden. „Es ist.“ Er schluckt, um dieses Ding in seinem Hals, dass ihm immer wieder dazu zwingt, die Stimmbänder etwas mehr zu belasten, einfach hinunter zu pressen. „Ich wollte nicht, dass es so weit kommt. Wir beide, sie und ich, wir waren das Traumpaar. Zumindest hielten wir uns, mit fester Überzeugung, für genau eben dieses. Niemand konnte uns etwas anhaben. Niemand konnte auch nur im Entferntesten erahnen, womit man es hier zu tun hatte.“ Er greift nach dem dünnen Stamm eines kleinen, winterbedingt bereits erkahlten Baumes, hält sich fest und lehnt den Kopf an. Die trostlose Umgebung, die Welt, auf der er nun alleine wandeln muss, gibt alle seine Gedanken wunderbar wieder. Diese Tristesse, diese Farblosigkeit. So muss die Welt von nun an immer aussehen. Nur so kann er sich eine Welt ohne ihr vorstellen. Wie konnte sie nur. Warum hat sie nur. „Sterben, verstehst du? Damit konnte man nicht rechnen, oder? Ach, verdammt.“ Er ist angekommen, in der Realität. In der Erkenntnis. Am Ende des Regenbogens. In einer Welt voll Graustufen.

Sehr schön beschrieben… frage mich gerade, ob es nur an dem Bild lag, das mir die Geschichte ein schönes Kopfkino bescherte, was ich sehr schätze, wenn einer Geschichte das gelingt. Finde schade das es so kurz ist…
Da fällt mir doch gleich das Lied hier ein „Graustufenregenbogen“ : http://www.youtube.com/watch?v=NJRpViMoXAk 🙂
Schöner Text. Ich bin allgemein ein großer Fan deines Blogs. Wenn ich abends nicht einschlafen kann, lese ich mir diese Texte durch, immer und immer wieder. Echt großartig! 🙂
Sarah
Oh. Das höre ich gerne. Vielen lieben Dank!