Die wichtigen Dinge im Leben. [21]

Wieso hast du mich einfach so gehen lassen? Wieso hast du mich mich nicht einfach am Arm gepackt, mich zu dir gezogen und mir ins Ohr geflüstert, dass alles gut wird? Wieso hast du mir nie gesagt, dass wir alles schaffen, die Welt erobern? Du und ich? Immer!

Inzwischen weiß ich, wieso du das nie getan hast. Ich habe dich weggeschubst. Wie ein Teller Gemüse, das ich nicht essen wollte. Wie ein T-Shirt, dessen Farbe mir nicht gefällt.

Dabei warst du das Gemüse, dass ich früher immer mochte. Und das T-Shirt, dessen Farbe ich früher nur getragen habe. Mein Ein und Alles.

Ich habe es dich nie spüren lassen, weil mich manchmal einfach so viel gestört hat und du diese Makel ändern solltest. Dabei habe ich nie gemerkt, dass du eigentlich alle Eigenschaften vereinst, die mir so wichtig sind. Damals wichtig waren und heute immer noch wichtig sind. Ich habe nie gemerkt, dass du mich liebst. Dass du alles für mich tust und immer noch tun würdest, aber es mir nicht sagt, weil du eben so bist, wie du bist. Ich habe nie gemerkt, dass du immer hinter mir standest. In schweren, wie in guten Zeiten. Weil du immer bei mir warst, aber mir nie gesagt hast, dass du es bist.

Ich war blind vor Liebe. Und blind vor anderen. Ich wollte immer dich haben, nur ein bisschen anders. Ein bisschen weniger rebellisch, ein bisschen weniger anders. Mit kürzeren Haaren und mit ein bisschen weniger Tattoos. Dabei war ich immer so stolz auf dich. Doch ich konnte es dir nicht sagen. Ich konnte es mir nicht eingestehen, dass du genau das bist, was ein Mädchen braucht. Ein bisschen älter, ein bisschen reifer, ein bisschen mehr Zukunftsperspektive und ein bisschen mehr Liebe für mich.

Irgendwie hat mir das nie gereicht. Nach dir habe ich mich auf die Suche nach dem perfekten Mann gemacht. Der mir genau das gibt, was du mir immer gegeben hast. Und der mir auch noch jeden Tag sagt, wie toll er mich findet. Aber das Leben ist nicht perfekt. Genauso wenig perfekt wie du und ich. Genauso wenig perfekt wie unsere Beziehung.

Aber ich bin es leid, Menschen, wie dich zu suchen. Die mir das geben, was du mir immer gegeben hast. Die mir die Zuflucht und die Geborgenheit geben. Die immer für mich da sind, wenn ich traurig bin, wenn ich kein Selbstbewusstsein mehr habe, wenn ich an mir zweifle und alles nur noch schlecht finde. Wenn ich Wärme und Geborgenheit suche. Wenn ich einfach nur den Alltag brauche.

Das alles fehlt mir. Und ich wollte es mir nie eingestehen. Aber nachdem ich dich verloren habe, wusste ich, was ich wirklich vermisse. Ich wollte es immer verdrängen. Ich habe dich von mir geschoben, weil ich glücklich sein wollte.

Aber im Grunde war ich nie so glücklich, wie mit DIR.

Doch jetzt ist es zu spät. Du hast lange auf mich gewartet, mir war es egal. Im Grunde hast du nur immer darauf gewartet, dass ich endlich so vernünftig werde wie du. Erwachsen. Mit Perspektive. Und die wichtigen Dinge im Leben zu schätzen weiß.

Du hast lange gewartet. Und jetzt hat sie meinen Platz eingenommen. Und ich warte. Bis du die wichtigen Dinge im Leben zu schätzen weißt.

Sandra. Studiert leidenschaftlich faul und wächst jeden Tag an sich selbst. Auf Kaffee ist sie ein hibbeliges Kleinkind, deswegen trinkt sie keinen.

Es scheint, als wäre sie nie offline. Vor allem nicht auf Twitter (@gluecksbeerchen). Schreibt Geschichten nicht, wenn ihr der Sinn danach ist, sondern wenn sich die Geschichte gerade selbst in ihrem Kopf schreibt. Ihren Blog füllt sie daher lieber mit ihrer Lieblingsmusik oder Bildern, die sie bewegen. Zwischendurch gespickt mit einem literarischen Häppchen. Nachzulesen unter sandrasandradee.wordpress.com

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