Entfernt.

Die Kieselsteine auf meinen Knien drückten sich hinein, als ich auf dem Boden knie und fragen in Richtung Himmel blicke. Doch der Schmerz ist mir egal.

Es ist als hätte ich dich ein weiteres Mal verloren. Ich konnte dich nicht in meiner Nähe haben, die letzten Monate. Habe dich nicht gesehen und jetzt, wo du 3839 Kilometer entfernt bist, kommt es mir vor, als wärst du für immer weg. Obwohl du in wenigen Tagen schon wieder zurückkommst. Es ist anstrengend, dich zu vermissen, mit dem Wissen, dass du keinen Gedankenfunken an mich versprühst. Aber verdammt, du fehlst.

Langsam erhebe ich mich und überlege mir, was du für mich warst. Die erste große Liebe. So richtig große mit Gedanken für die ferne Zukunft und so. Du warst die Erste, die mein Herz für kurze Zeit zerfetzte. Und nie wieder ist es richtig geflickt worden. Du hast kaputt gemacht, und ich hoffte doch immer, bis jetzt hoffe ich noch, dass wir uns irgendwann einmal wieder sehen. Dass eine Freundschaft entstehen kann. So zu lieben, wie ich die schon einmal geliebt habe, das könnte ich heutzutage gar nicht mehr.

Ich wische die Kieselsteine von meinen Knien und warte. Ich habe doch schon genug Freunde, viel zu wunderbar sind sie. Stets da und hilfsbereit und großartig. Warum lege ich so großen Wert darauf, auch mit dir eine Freundschaft aufzubauen. Weil ich dich nicht verlieren will. Ich will, nicht, dass du aus meinem Leben verschwindest. Aber das große Problem: Ich habe dich schon verloren. Was zwischen uns früher einmal Liebe war, wurde für dich scheinbar Gleichgültigkeit.

Suche dir bitte nie wieder einen Menschen. Bleibe allein, denn du hast es nicht anders verdient. Du hast nicht verdient, von ganzem Herzen geliebt zu werden. Denn du kannst nur enttäuschen. Vielleicht schaffe ich es irgendwann, dass du mich nie mehr indirekt enttäuschst. Indirekt? Ja, denn du siehst es meistens erst gar nicht. Der Himmel gibt mir auch keine Antworten. Er ist wie du.

2 Gedanken zu „Entfernt.“

  1. Man darf Menschen nicht suchen. Nur finden.

    Tagebuchnotiz, 20. Januar 2006: „Sich zu verlieben rettet vor nichts, im Gegenteil: wenn man selbst auf schwachen Beinen im Leben steht, wirft es einen meist um. Einer Verliebtheit stand zu halten, ohne sie überzubewerten und mit falschen Ansprüchen zu behaften, braucht viel Kraft und seelische Standfestigkeit. Ich bin mir sicher, dass mich die emotionale Hinwendung zu einem Menschen derzeit aus der Bahn würfe. Zu mühsam hab ich diese Bahn überhaupt gefunden, und nach jedem meiner Abstürze muss ich sie mir ohnehin wieder neu erkämpfen. Ich dürfte mich gar nicht verlieben, ich bin zu müde. Und ich liebe mich selbst viel zu wenig. Es wäre eine Katastrophe.“

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