
Die Tür steht offen. Keiner denkt daran, sie zu schließen. Hier fehlt jemand, hier kommt noch jemand. So wie er all die Tage zuvor immer kam, kaum die Türklinke erreichend, tapsend auf dem knarzenden Boden. Wir können die Türe nicht schließen. Es fehlt hier jemand.
Und so steht sie offen. Die Menschen gehen ein und aus, kommen die Treppe hoch und verlieren sich in den Zimmern. Und übersehen beinahe das Loch, das dieser eine Mensch hinterlassen hat. Vergessen das, was geschehen war und uns alle zu anderen Menschen hat werden lassen. Zu lange Zeit ist es schon vorbei. Zulange Zeit fehlt hier schon jemand.
Die Tür steht offen. Und manchmal läuft er herein, mit einem Lächeln auf dem Gesicht, mit seiner natürlichen Gabe, auch mir ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Und ich hebe ihn hoch und möchte ihn den anderen zeigen. Möchte ihnen zeigen, dass es ihm gut geht und dass wir nicht traurig sein sollen. Dann gehe ich, mit ihm auf dem Arm, durchs ganze Haus, hinaus in die Wiese, setze mich mit ihm hin und sehe zu, wie er voller Lebensfreude mit dem Ball herumläuft. Und niemand ist da, der es sehen kann. Ich bin ganz alleine mit ihm. Und dann wache ich auf und in solchen Momenten sind es Tausend Messerstiche, die mich in die Realität zurückholen. Diese Momente, die mich erkennen lassen, dass es nicht so ist, wie es sein sollte. Seiten Jahren fehlt hier jemand.
Und manchmal versuche ich, die Tür zuzustoßen. Um dem allen ein Ende zu setzen. Doch ich schaffe es nicht. Vielleicht ist noch nicht die richtige Zeit dafür. Vielleicht wird es sie aber auch nie geben.

