Liebe brauchen. [Ein Gedanke]

Der Satz „Ich liebe dich.“ wird viel zu inflationär benutzt. Egal ob in kindlicher „Ich hab‘ dich lieb“-Version, oder in ihrer, für viele beinahe wie ein Feiertag gefeierter, Grundform.

Einen wahren Liebesbeweis sehe ich erst in dem Satz „Ich brauche dich.“ Man gibt seine eigene Unzulänglichkeit bekannt, zeigt, dass das Gegenüber zu einem Teil von ihm geworden ist. Dieser Satz nennt die entstandene Abhängigkeit (die zwar niemals gesund, aber doch viel zu oft existent ist). Dass man das Gegenüber braucht, um sich vollwertig zu fühlen. 

[Ein schrecklicher Gedanke, eigentlich. Man sollte sich auch ohne dem Gegenüber vollwertig fühlen. Aber zu das Alleinsein hindert einen oft genug daran.]

[Und sowieso: Ich fühle mich zurzeit pudelwohl. Vollwertig sozusagen. Eine Liebe wäre dann vielleicht nur das Häufchen mehr; die 10 Prozent von 110 Prozent. Oder so.]