Lass es raus. [3]

Und die Stille hat uns wieder. Und nimmt uns jedes Wort aus unserem Mund, nimmt uns den Mut und die Möglichkeit. Unsere Blicke treffen sich und machen mir deutlich, dass wir hier etwas zu verlieren drohen. Etwas, das viel mehr Bestand haben sollte. Etwas, das wir beide nicht zu verlieren bereit sind. Doch es ist unaufhaltsam.

Die Blumen am Teich heben sich so wunderbar vom Dunkel des Wassers und du blickst mich mit glitzernden Augen an. Ich kann nichts sagen, und will es auch nicht. Lass uns schweigen, lass uns fallen, lass uns verschwinden. Weg von hier, aus dieser Welt, aus diesem Leben. Lass uns flüchten, ich will weg hier.

Deine Hand sucht die meine und ich zucke etwas zurück. Bleiben wir hängen, an Dingen die nicht sind und vielleicht auch gar nie waren? Halten wir uns fest an den Vorstellungen von dem, was wir uns erdachten? Ich möchte dich in den Arm nehmen, möchte dich halten, möchte dir ins Ohr flüstern. Ein Seufzen und ein „Lass es raus.“ und du würdest mit deinen Fäusten gegen meinen Brustkorb boxen und würdest weiterheulen und würdest zeigen, das du nicht gewillt bist, all das aufs Spiel zu setzen.

Wer sind wir und warum das Ganze? Warum haben wir uns hier getroffen und warum seit unzähligen Momenten nichts mehr geredet? Ich sehe dich an, die Tränen deiner Augen wandern langsam die Wangen hinunter. Ich streiche sie mit meinem Handrücken weg, umarme dich, und flüstere ein „Es wird nicht mehr.“ ins Ohr. Und bevor auch meine Augen etwas feucht werden, wende ich mich ab. Ich will weg hier.