
Es knarzt etwas, als er auf das immer noch feuchte Holz steigt. Und beinahe glaubt er sogar, dass er bei jedem seiner folgenden Schritte von der Morschigkeit der alten Bretter überlistet und er schließlich einbrechen würde. Am Ende des vom Regen des Vortages noch durchtränkten Steges lässt er sich nieder. Es ist ruhig hier.
Die Gegend ist eingetaucht in dieses dichte Feld aus undurchsichtigem Nebel, welches sich nun schon tagelang über dem See zu halten versucht. Was ist aber auch die Seele gerade eben wieder kaputt. In der selbstgewünschten Einsamkeit hier fühlt er sich eben einsam. Und entgegen seiner Erwartung nagt dieser Prozess des Nachdenkens, in welchen er sich immer tiefer hineinzudrängen bereit war, an seiner Fassung.
Manchmal drängen sich Gedanken in seinen Kopf. Dass die Liebe womöglich doch alles ein klein bisschen einfacher machen würde. Dass das Leben vielleicht nur oberflächlich so großartig ist, und er nur aufgrund der ausgeschütteten Endorphine auf dieser Welle weiterwandeln möchte. Wer kann es ihm denn überhaupt verübeln. Dass er einfach mal aufhören sollte, nachzudenken.
Und während die Sonne sich immer weiter durchkommt und der kalte Wind ein kleines bisschen abflaut. Und während die Stimme in seinem Kopf immer lauter zu pochen beginnt, lehnt er sich zurück und legt sich auf den immer noch ungetrockneten Steg. Und irgendwie erinnert ihn all das hier an die bittersüße Symphonie.
„cause it’s a bittersweet symphony, this life …“
Plötzlich durchbricht ein Sonnenstrahl die Nebelwand und trifft lautlos auf dem See auf. Einfach nur festhalten. Er muss sich nur festhalten an diesem Strahl, muss sich an ihn klammern. Um in nächster Zeit womöglich auch einfach nur mal wieder die ganze Sonne erleben zu können.
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