Walk away.

 

Timi

4. Juni 2006 – 29. Oktober 2007

Oh no – here comes that sun again.
And means another day without you my friend.
And it hurts me to look into the mirror at myself.
And it hurts even more to have to be with somebody else.

And it’s so hard to do and so easy to say.
But sometimes – sometimes,
you just have to walk away – walk away.

Ein Jahr ist es schon her. Heute vor einem Jahr bekam ich die Nachricht. Du seist gestorben, plötzlich. Ich kann mich noch genau an jede Minute erinnern. Als ich angerufen wurde, als ich diese eine Stunde mit dem Auto nach Hause fuhr, und hoffte, dass das alles nur ein Scherz, ein sehr, sehr geschmackloser Scherz sei. Doch insgeheim wusste ich, dass es stimmen musste. Ich zitterte, die ganze Zeit. Zitterte und konnte nicht weinen. Konnte erst weinen, als mein Vater aus Amerika zurückgekommen war und wir endlich wieder als eine Familie am Tisch saßen. Nur du. Du fehltest.

With so many people to love in my life, why do I worry about one?
But you put the happy in my ness, you put the good times into my fun.

And it’s so hard to do and so easy to say.
But sometimes – sometimes,
you just have to walk away – walk away and head for the door.

Es hat seit diesem 29. Oktober 2007 keinen Tag gegeben, an dem ich nicht an dich dachte. Diese Momente begann ich mit der Zeit zu hassen. Sie machten mich fertig, ich konnte in diesen Momenten einfach nichts anderes tun. Als nachdenken. Und die Erinnerungen in meinem Kopf spulten sich immer und immer wieder ab. Ich habe eine Therapie wegen dir gemacht, und ich kann selbst heute noch nicht verstehen, wie ein Leben ohne dir nun schlussendlich aussehen könnte. Dein Tod hat mir die Familie wieder näher gebracht, du hast uns alle verändert. In der Art, wie du zu uns kamst, und in der Art, wie du auch wieder weg warst. Du warst ein Zauberwesen, wie ich zuvor noch keines geliebt habe.

We’ve tried the goodbye so many days.
We walk in the same direction so that we could never stray.
They say if you love somebody than you have got to set them free,
but I would rather be locked to you than live in this pain and misery.

They say time will make all this go away,
but it’s time that has taken my tomorrows and turned them into yesterdays.
And once again that rising sun is droppin‘ on down
And once again, you my friend, are nowhere to be found.

Ich habe nur noch ganz selten geweint. Erst kürzlich, vor deinem Grab, alleine. Als ich eineinhalb Stunden davor stand und dir erzählte, von all dem, was gerade in meinem Leben abläuft. Und als ich dir sagte, wie sehr ich dich vermisste. Jeden Tag, aufs Neue.

Ein Jahr soll das schon wieder her sein? Es hätte auch letzte Woche sein können, so haben sich diese Erinnerungen eingeschweißt. Die Nachricht vom Tod, das erste Mal auf meine Mama und deine Mama zu treffen. Den harten Mann zu spielen, der selbst in dieser Lage alles im Griff hat. Und irgendwann unter all diesem Druck zusammenzubrechen. Die Vorbereitung auf das Begräbnis. Und meine Rede. Über dich und mich. Über uns und das vor 250 Menschen, die gekommen sind, um von dir Abschied zu nehmen. Ich weiß alles noch, und würde es doch so gerne vergessen. Würde gerne am Wochenende aus Wien nach Hause kommen um dich endlich wieder in die Arme zu schließen. Um deine Nähe zu spüren, deine Nähe, deine Wärme und deine Liebe. Die so einzigartig, so wundervoll war. Und dein Lachen. Das selbst mein Herz, so finster es auch war in meinem Leben, immer wieder zum Lachen brachte.

Wie du vielleicht merkst. Du fehlst mir.

And it’s so hard to do and so easy to say.
But sometimes, sometimes you just have to walk away,
walk away and head for the door.
You just walk away – walk away – walk away.
You just walk away, walk on, turn and head for the door.

Und während deine Familie zur dir ans Grab geht, werde ich, so weit weg von daheim, einen anderen Platz besuchen, um eine Kerze für dich anzuzünden. Ich habe mich für den Friedhof der Namenlosen entschieden, welchen ich seit „Before Sunrise“ besuchen wollte. Dort zünde ich eine Kerze für dich an und für all die Menschen, die dort ihre letzte Ruhestätte fanden. Dieser Eintrag wurde mit den Worten von Ben Harpers „Walk Away“ unterstützt. Mein Song, der mich jedes Mal, wenn ich ihn höre, an dich erinnert.

Vielleicht lieber morgen.

Jetzt könnt ihr abschalten. Wirklich. Ich bitte euch. Das wars.

Ihr kennt das wahrscheinlich. Das Funkensprühen, wenn man sich in die Augen blickt. Der Schmetterlingssex im Bauch, der dieses Kribbeln erzeugt. Der Gedankenkollaps in wunschertränkten Hoffnungen. Jeder kennt das irgendwie. Und jeder weiß wohl, dass man es sich nicht herbeiwünschen kann, und es geht auch nicht auf Kommando einfach weg. Worauf ich hinaus möchte. Ich liebe dieses Gefühl, aber ich habe es seit Monaten nicht mehr verspürt. Und das ist auch gut so.

„Man kann nicht keine Lust auf Liebe haben.“, meinte kürzlich ein Freund zu mir, aufgrund eines Eintrages, in welchem ich schrieb, dass ich bis Frühling wohl nichts mehr mit Liebe zu tun haben wolle. Wobei er wohl sehr recht damit hat. Wenn es kommt, dann kommt es eben. Das ist wie Weihnachten und Ostern. Man rechnet einfach nicht damit und wusch ist es da. In dem was wir gerade im Tutorial besprechen, wäre das also die „structure“. Wie ich mich dann darauf einlasse, dass ist die „agency“. Schon klar. In die Struktur wird man hineingeworfen, in das Verliebtsein verliebt man sich mal eben so. Aber es kommt immer so drauf an, wie man sich selber darauf einlässt. Und ob man sich denn überhaupt einlässt.

Ja. Man liest schon richtig. Monsieur Melodramatique. Dieser Typ, der sich monatelang fragte, warum seine Exfreundin kein bisschen mehr für ihn empfindet, der sich ständig fragte, wann er denn endlich die Frau seines Lebens kennenlernen würde. Ja, dieser Mann wird sich auf nichts einlassen. Vor allem auf nichts, wo das Scheitern schon vorbestimmt ist. Liebe muss immer auf beiden Seiten stattfinden. Wie es ist, wenn es eben nicht so sein sollte, das habe ich schon zur Genüge zu spüren bekommen. Und sollte sich irgendwann einmal irgendjemand in mich verlieben, werde ich definitiv eines tun. Warten. Und sollte ich bemerken, dass ich nicht das geben kann, was von mir erwartet wird. Wenn ich bemerke, dass ich jemandem Schmerzen zufüge, dann würde ich die Notbremse ziehen. Ich kenne all das schon. Ich will nicht so sein, wie den Menschen, den ich in manchen Zügen verabscheue. 

Vielleicht lieber morgen. Vielleicht lasse ich mir jetzt einfach mal Zeit. Mit allem, irgendwie. Unter Druck gesetzt habe ich mich schon immer. Ich liebte es manchmal, und manchmal machte es mich aber auch nur einfach kaputt. Und auch das hat mir bis zu einem bestimmten Punkt Spaß gemacht, nur das Problem war, dass von da an alles unkontrollierbar weiterverlaufen ist. Ich erlebe gerade den größten Wandel in meinem Leben. Neue: Stadt, Bekanntschaften, Aufgaben, Visionen, Träume. Alles neu. Eben. Da könnte jetzt auch Liebe stehen. Schon klar: Neue Liebe neues Glück klingt immer gut. Aber wenn ich alles auf einmal haben möchte, dann sind Mittwoche wie gestern nicht ausgeschlossen. Und dann würde sich das vermehren und über die ganze Woche ausbreiten. Darum lasse ich es einfach. Ja. Wie sagt man so schön? Auf mich zukommen. Und werde mich jetzt auch zum ersten Mal so hineinstürzen, wie es sich gehört. Auch mal eine langweilige Vorlesung nicht besuchen, um mit Freunden auf ein Bier zu gehen (okay, das hatten wir schon ein, zwei Mal). Man muss nicht alles planen. ¡Viva la espontaneidad. Zugegeben, ich kann kein Spanisch. Aber, warum nicht mal wieder alles auf gemütlich, auf spontan, auf humorvoll setzen. Das wär doch was. Das wär ein völlig neues Erlebnis.

Und so mache ich nichts anderes, als irgendwie Spaß zu haben. Ich habe zwar erst heute eine Einladung zum Speed Dating abgelehnt. Aber das Leben ist viel zu kurz, um jetzt gerade in Zeiten persönlicher Unzufriedenheit die Welt zu hassen. Da kommt noch was. Vielleicht lieber morgen. Aber ich wollte nur anführen. Bei mir ist grad nicht. Funkensprühen und so. Kein Schmetterlingssex und kein Gedankenkollaps. Nichts. Und ich fühle mich. Ja. Gut.

Aber jetzt. Abschalten. Bitte. Da kommt nichts mehr.

Bild: Ein Ausschnitt aus dem Album Freischwimmer der Band Echt

Tenderly.

Minuten vergehen. Man möchte nicht glauben, was all diese Worte womöglich zu bedeuten haben. Alles wirkt so unwirklich, so fern. Und doch berührt es einen, wie schon lange nicht mehr. Man möchte weinen, möchte schreien. Ist wütend und traurig und besorgt zugleich. Kann keine Worte finden, die den Gefühlszustand auch nur ansatzweise beschreiben könnten. Möchte schreien und möchte schweigen. Lenkt sich ab mit dem Gefühl, gerade etwas falsch zu machen.

Eine Umarmung später. Alles scheint wieder gut, und doch wird nichts mehr so sein wie es war. Alles hat sich verändert von dem Punkt an, an dem die Entscheidung gesetzt wurde. Man hätte sich so vieles zu sagen gehabt, so many days ago. Jetzt wäre es beinahe zu spät gewesen. Und man ist einfach nur froh, dass das Ende nicht das war, was man in den schlimmsten Momenten zu vermuten wagte. Das Schicksal hat entschieden, und man nimmt sich vor, sich zu verändern. Verbessern. Man hat so viel versäumt, hat Möglichkeiten unberührt gelassen. 

Man sitzt da. Und erfreut sich der Nachricht. Erfreut sich der Sonne. Was mag da nur geschehen sein. Kaum ist es zu verstehen, und doch fühlt man mit, als wäre man. Als wäre man. Dabei gewesen. Als hätte man miterlebt, wie all die Probleme begonnen hatten. Als all das seinen schrecklichen Lauf nahm. Doch man war es nicht. Und vielleicht ist es genau das, was einen weinen lässt. Was einen wütend macht. Und traurig. Die Tatsache, nicht immer dagewesen zu sein. Beinahe unverzeihlich.

Foto: sallyrye

Sick and tired.

Ein Text basierend auf einem Gedankenpups.

Wie geht es dir dabei. Hast dich doch zu dem Menschen entwickelt, der du nie sein wolltest. Den du vor die Tür setztest, als es schon viel zu spät war. Wie ist es, genau die Person zu sein, der man auszuweichen gewohnt war. 

Da bist du. Nur wenige Meter von mir entfernt, das erste Wiedersehen nach unzähligen Monaten. Ich sehe dich, mehrmals, drehe mich offensichtlich zu dir um, möchte nicht näher kommen, möchte nur bemerkt werden, möchte ein Winken oder ein „Hallo.“ Und gehe schließlich weiter. And I kept the thoughts until i fell asleep, hours later.

Du warst zu jung, als wir uns trafen. Viel zu jung. Ich hätte es vorher wissen müssen, und ich hätte es doch nicht akzeptiert, da mein Herz ja etwas total anderes dazu zu sagen hatte. Es war eine schöne Zeit, jene mit dir und uns. Es war wundervolles Leben, high above the sky. Unvergesslich und viel zu lange noch wünschte ich mir ein Happy End. Doch Happy Ends sind retro. Total out. In diesem Jahr und in meinem Leben. Nichts passiert einfach so. Außer. Außer, dass man sich mehr und mehr voneinander wegentwickelt.

Will ich dich überhaupt noch sehen? Ich weiß, du bist noch immer so hübsch wie damals. Trägst immer noch diese coolen Tücher um deinen Hals, hast immer noch so unglaublich schöne Augen. Ja, ich weiß es. Aber ich weiß auch, dass du jeden Kontakt vermeidest. Schon klar, du hast Stress. Das versteht man. Aber ein Stündchen hin und her ist sich seit einem Jahr nicht mehr ausgegangen. Wenn ich keine Stunde für irgendeinen Menschen, der mir irgendwann einmal etwas mehr bedeutet hatte, opfern kann. Wenn der Stress so groß wäre, ich würde mich erschießen. 

Weißt du eigentlich, wie oft ich dein Geburtstagsgeschenk in meinen Händen halte. Diese Schneekugel, mit auswechselbaren Bildern von uns und dir. Sie steht immer noch in meinem Regal, und ich kann sie einfach nicht wegräumen. Und gegen die Wand werfen ebenso nicht. Das schon gar nicht. Am Liebsten würde ich sie dir vor deine Tür stellen, mit einem Brief, der erklärt, wie viele Momente mir diese Schneekugel schon beschert hat. Wo ich zurückfalle in die Erinnerungen von damals. Und mich oft aufs Bett setzen muss, um die Eindrücke und Erinnerungen wirken zu lassen. 

Wir sind schon so weit voneinander entfernt. So weit wie ich nie von einem ehemals geliebten Menschen sein wollte. So weit, wie du es dir wahrscheinlich erhofft hattest. Jetzt ist es also so, wie es vermutlich sein soll. Und ich werde wohl glücklich sein, dass du deinen Kopf durchgesetzt hast. Du hast die einzigartige Chance verpasst, mich (und all meine neuen Veränderungen) erneut kennenzulernen. Du hast aufgegeben, als ich noch immer Hoffnung hatte. Hier ist es. Das Resultat. Ich bin dann mal weg.

Und wenn du dir dann noch erlaubst, mit einer Freundin von mir und dir über mich zu sprechen. Über die Art Beziehungstyp, der ich vermeintlich sein soll. Du hast doch keine Ahnung von Beziehung. Lebe doch einfach dein Leben. Ja, genau. Das Leben, dass meinem von damals sowas von ähnlich ist. Mache doch so viele verdammte Fehler und suche weiter nach dir. So wirst du dich nie finden, und das kann ich dir genau sagen. Doch irgendwann wird auch noch die Zeit kommen. Deine Zeit. Doch zurzeit nervst du einfach nur.

Deine Art mich zu ignorieren. Deine Art, abwesend zu sein. Deine Art, wie ich dich passiv miterlebe. Du, dein verdammtes Leben, ihr nervt einfach. Ihr nervt mich bis aufs Blut und mich nerven die Gedanken an dich. Ich bin dann mal weg und beginne einen neuen Teil meines Lebens. Und zum Abschluss wollte ich eben nur mal wieder etwas sagen. 

Foto by [ priotography ]

What tomorrow.

„Kannst du nicht schlafen?“ – „Nn.“ Müde antwortet er in seinen Polster hinein, jeden Konsonanten einzeln und teilnahmslos betonend. Der neue Tag liegt in seinen ersten Morgenstunden und aus den Boxen erklingen unbekannte Laute einer französischen Chanson-Sängerin. Der zweite Tag schon, voll mit leeren und überflüssigen Stunden, in diesem Bett, in dieser Dunkelheit. Er hasst solche Tage. Solche Momente. Vollkommen auf sich allein gestellt, zu dieser heillosen Zeit. 

Die verwünschenswertesten Stunden des ganzen Tages. Die gesamte Welt schläft, nur manche versuchen mit Kreuzworträtsel den schwer erreichbaren Schlaf zu finden, oder mit Fernsehen, und irgendwo üben sicher noch ein paar Menschen gerade Beischlaf aus. Es gibt wahrscheinlich keine Minute, in welcher nicht Hunderte oder Tausende Menschen gerade Sex haben. Aber darüber möchte er sich jetzt keine Gedanken machen. Er möchte schlafen.

Gedanken verfolgen ihn. Gespräche mit seiner besten Freundin. Oder Träume. Wunschträume, Tagträume, Erinnerungen, Hoffnungen. Gerade in solchen Stunden kommen sie einem unter. Bohren sich tief in das Gehirn, geben kaum Zeit, die Augen lange genug geschlossen zu halten, um den Schlaf auf irgendeine Art und Weise zu erzwingen. Er könne noch spazieren gehen, meint er, aber sogleich lässt er auch diesen Gedanken fallen. Es ist beinahe ein Uhr dreißig. Irgendwann bekommt jede Dunkelheit ihr furchteregendes Antlitz. Er könnte nur wenige Meter gehen, um dann aufgeregt, mit laut pochendem Herzen ins Bett zurückzukehren. Und es regnet. Es hat keinen Sinn wenn es regnet.

Und so lauscht er weiter der Musik. Isländischer Pop ist es nun. Es zieht dahin, die ganze Nacht verliert an Macht, wenn sie so zwanghaft versucht, ihn wach zu halten. Es hat keinen Sinn. „Kannst nicht schlafen, wie?“ – „Nn.“ Der Polster ermöglicht die wiederholte Dämpfung des Gesprochenen. Nein, er kann nicht schlafen. Aber es gibt doch nur eine Möglichkeit, um all das zu überwinden.

Und langsam schließt er die Augen. Irgendwann wird er schon kommen. Irgendwann. Früher oder später.

helmet13

Weil a bissal Glick fia di nu laung ned reicht.

Dei Lochn. I hob’s nu imma in Erinnerung. So unvagesslich und so einzigartig. Wia soi des netta weidageh. Jetzt, noch so fü Tog und so fü Wochn. I wü di ned vagessn. Oba i schoffs a koan Tog, wie i ned zehn oder zwanzg Moi an di denk. Egal wo i hischau, ois erinnert ma an di. Wie soid i do nur irgendwia fertigwern mit oi dem Schmerz und oi de Gedaunken.

Aufoamoi warst du weg und mein Wunsch, di nuamoi zu seng, bereu i beinahe jeden Tog. Wia du do dortgleng bist, so koid, so zart. Dei Haut so sanft, dei Körpa so tot. Nia werd i des Büd vagessn, nia wieda werd i an di denka kinna, ohne a des letzte Büdl mit dia zu seng. Des geht nimma weg und es duat weh. So vadaumt weh, wia si des nur gaunz wenige vorstön kinnan.

Wei a bissal Glick fia di nu laung ned reicht. I wünsch da, dass da guad geht. Wünsch ma, dasd amoi lochst, nur fia mi. I wünsch ma, dass i di irgendwaun wieda moi gspia. Dei Wärm und deine wundaschen Aung seng kau. I wünsch da nua des Beste, und hoff, dass uns, de do bleim haum miasn, dass irgendwaun a uns wieda guad geht. Oba wos sog i, es wiad nia wieda so sei, wia’s scho amoi woa. Nia wieda wird mei Mama so wunschlos glückli sei, so befreit lochn, wias sis mit dia dau hot. Nia wieda wiad mei Papa a so großartiga Großvota sei und nia wiada wird dei Mama a gaunz a normales, glückliches Lem führn. Und i werd woi a jeden Tog an di denka.

Fia di reicht ka bissal Glick. Du soist ois Glick da Wöd erfahrn. Dia sois so guad geh, jiatzt, wo du weg bist, und i oiwei glaubt hob, i kau di vor oim Schlimmn beschützen. I hos ned kinna. Und dafür schenk‘ i da mei Herz, und meine Gedaunkn. I schenk da oi mei Liebe und an Kuss schick i da a. Du warst a außagewöhnlicha Mensch und i kau nua oiwei jeden Text üba di mit de Worte beendn: I lieb‘ di. Fia imma. Und i gfrei mi scho drauf, wenn ma uns endli wiedasehn.

Liebe, Wunschgedanke, Unfähigkeit und das abrupte Ende.

Auf Parties, so lustig sie auch sein mögen (und diese Party war bis auf die letzte Stunde definitiv wunderbarst lustig), kommt es immer mal zu der Situation, in der man zu reden beginnt. Über unerwiderte Liebe, über die Suche nach Mr./Miss Perfect. Und über die Unfähigkeit der Liebe, stets fair zu sein. Auch dieses Mal war es so, und mich stimmt das jedes Mal wieder so verdammt nachdenklich.

Liebe. Ja, wir alle sind auf der Suche nach Liebe. Nicht Sex. Liebe, ganz einfach: Zärtlichkeit, Nähe, das Gefühl über alles geliebt zu werden, das Berühren nackter Haut, Gespräche mit einem Menschen, den man beinahe Seelenverwandten nennen kann. Und vielleicht ruht hier auch schon das Problem. Die Tatsache, dass man sich jeden potentiellen Partner perfekt redet. Und sollte er einmal aus seiner Perfektion hinausgeraten, ist man am Boden zerstört. Niemand ist perfekt. Auch ich nicht. Das weiß ich nun auch schon seit längerem (und die Wiederauffrischung der Gedanken durch das NEON-Interview tat ihr Übriges) und bin vollkommen zufrieden mit diesem Gedanken.

Eine Freundin meinte, dass sie sich stets den Menschen, den sie sich in diesem Zeitpunkt gewünscht hatte, über kurz oder lang auch „bekommen“ hat. Ein paar Anhaltspunkte, und irgendwann stand er auch schon vor der Tür. Es ist alles schön und gut, aber fiel es ihr überhaupt jemals richtig schwer, jemanden zu finden. Nein. Überhaupt nicht. Solange ich mich erinnern kann, hatte sie immer jemanden bzw. jemanden in Aussicht.

Was soll ich mir schon wünschen? Ich habe Ansprüche. Vielleicht sogar zu hohe. Aber warum sollte ich meine Ansprüche senken. Und diese Ansprüche beziehen sich vielleicht zu 4% auf das Aussehen. Irgendwann würde sie schon vor mir stehen und das war’s dann. So in etwa. Ich habe keinen Dschini, keine drei Wünsche frei und ich mache mich definitiv nicht mehr auf die Suche. Man lernt einfach kennen und manchmal eben auch lieben.

Liebe ist etwas Wundervolles. Einzigartig bis ins kleinste Detail. Und ich weiß, dass ich mich in der Art, wie meine Freunde ihren Part als Beziehungspartner ausleben, vollkommen von ihnen unterscheide. Gerade heute hat mich zumindest eine Person wieder vollkommen genervt, und ich bewundere seine Partnerin für die Geduld und die Ausdauer. Ich würde alles anders machen und habe auch aus meiner ersten und bisher letzten Beziehung gelernt, niemals das Gefühl der Einengung aufkommen zu lassen. Ich wüsste schon, wie es geht, so viel steht fest.

Und dann gibt es wieder eine Freundin, die das Problem hat, dass dieser eine Typ sozusagen beziehungsunfähig ist. Ich kenne ihn nun schon seit sieben Jahren, und seit ich mich erinnern kann, habe seine potentiellen Freundinnen genau dieses Problem herausgehoben. Ist das denn wahre Liebe, wenn man sich einfach nicht binden möchte. Wenn zwar etwas am Laufen ist, man aber stets vermeidet, mehr aufkommen zu lassen? Ich weiß es nicht. Und ich verstehe es nicht. Dann sollte man einfach Nein sagen und sich vertschüssen. Aber dazu fehlt meist der Anstand und die Courage.

Und schlussendlich sind wir zu dem Fazit gekommen, dass das alles eigentlich an uns scheitert. Wir sind einfach ultimativ, wir sind die besten Beziehungspartner, und durch unsere Ultimativität fällt es uns schwer, jemanden auf gleichem Ultimativitätsniveau zu finden. Und nebenbei muss ich noch zugeben, dass zu diesem Zeitpunkt schon einiges an Alkohol geflossen ist (bei den Anderen) und ich schon heftig müde war.

Wenn denn nun die Frage aufkommt, ob ich denn nun endlich über meine Exfreundin hinweg bin, kann ich keine klare Antwort sagen. Ich habe sie schon lange nicht mehr gesehen, und weiß nicht, wie mein Herz reagiert, wenn ich sie das nächste Mal sehe. Aber ich nehme mir hiermit hoch und heilig vor, einfach mal wieder auf meinen Kopf zu hören, der mir stets sagt: Sie ist es nicht wert. Wir hätten groß werden können, die Helden von heute. Und für sie hat es eben nicht zum Heldentum gereicht.

Wobei nun auch noch dieses eine Verständnisproblem für uns alle auftaucht. Wie kann bei einer Person von einem Moment auf den anderen die Gefühle weg sein. Man trennt sich, heult vielleicht mal ein, zwei Tage oder auch ’ne Woche und dann ist man so gut wie drüber hinweg. Während der andere (das wären dann wir) noch Wochen, Monate, und im Maximalfall 4 Jahre dranhängen (mein Maximum sind 2,5 Jahre). Und das Rechenbeispiel, all die unnötig verstrichene Zeit nach einem Beziehungsende noch draufging, bis man sich endlich wieder neu verlieben konnte. Darüber mag man dann nicht nachdenken. Deswegen bleiben wir wohl bei unserer Ultimativitätstheorie. Da steigen wir wenigstens mal wieder richtig gut aus.

Lebendig bleiben.

Manche wissen schon, wie sehr ich der düsteren Literatur des Michel Houellebecq verfallen bin. Seit mehr als einem Jahr lese ich ein Buch nach dem anderen, bin beeindruckt und geschockt. Und liebe jedes einzelne Buch. Sein kurzes Büchlein über die Dichtung hat mir zu denken gegeben. Gerade nach dem Tod meines Neffen und all meinen Erlebnissen.

Die Welt ist entfaltetes Leid. An ihrem Ursprungsteht ein Knoten aus Leid. Alle Existenz ist eine Ausdehnung und ein Zermalmen. Alle Dinge leiden, bis sie sind. Das Nichts erhebt vor Schmerz, bis das Sein erlangt: in einer furchtbaren Krise.

Die Wesen werden immer verschiedenartiger und komplexer, ohne etwas von ihrer ursprünglichen Art zu verlieren. Ab einem bestimmten Bewusstseinsniveau entsteht der Schrei. Aus ihm leitet sich die Dichtung ab. Und ebenso die artikulierende Sprache.

Die erste dichterische Handlung besteht darin, zum Ursprung zurückzukehren. Mithin: zum Leid.

Die Modalitäten des Leids sind wichtig; wesentlich sind sie nicht. Jedes Leid ist gut; jedes Leid ist nützlich; jedes Leid trägt Früchte; jedes Leid ist ein Universum.

Houellebecq beginnt so sein Buch. Und ich muss ihm nach all den Monaten, nach diesem Jahr einfach nur zustimmen. Erst heute, als ich meiner Mutter von dem bevorstehenden Interview erzählte, und ihr erklärte, warum gerade ich ausgewählt wurde, meinte sie. Dass du deine besten literarischen, deine bewegendsten, deine besten Texte stets in Zeiten der Trauer geschrieben hast. Und ich musste ihr zustimmen. Es war mir selbst aufgefallen, wie heftig leer die erste Woche nach dem Tod meines Neffen war. Und wie ich dann in meinen minimal literarischen Texten aufblühte. Seither, seit diesem Monat voll Geschichten, hatte ich nie mehr diese vollkommene Kreativität, dieses Können, diese Gedanken, diese sprachliche Schiene. Alles entstanden aus Leid.

Houellebecq meint, dass Dichtung, Literatur oder Kunst im Allgemeinen keinen Bestand hätte, wenn das Leid nicht den Künstler umhüllen würde. Eine beinahe heftige Aussage, denn ist es denn richtig, für die Kunst zu leiden. Sich in Situationen des Lebens zu stürzen um Leid empfangen zu können. Wohl kaum. Das Leid kommt und geht. Nach einem Tod. Nach einer Trennung. Denn auch die Trennung, das Ende einer Liebe bedeutet Leid. Man leidet, bemitleidet. Sich selbst vor allem. Aber auch das scheint seine Wirkung zu haben.

Lebendig bleiben. Ein schöner Titel für dieses Buch. Mit dem Ziel, lebendig zu bleiben, verschwende ich die Kunst. Ich lebe und verliere mich in Kreativitätslosigkeit. Manchmal, ein kurzes Aufblitzen, eine beinahe genialer Einfall, ein Geschenk. Und die Worte sammeln sich. Aber viel mehr lebe ich. Lebe in diesem Leben, welches durch Leid erschüttert wurde, doch das Leid nimmt nicht Überhand. Ich habe seit vielen Monaten nicht mehr geweint, wachse an meinen Erlebnissen, an meinem Leben. Jeden Morgen stehe ich mit einem Lächeln, mit Lebensfreude auf. Und hoffe, kein Leid empfangen zu müssen. Das Wichtigste, so scheint es mir, ist es, einfach lebendig zu bleiben.

And here I stand.

Ich habe versagt. Habe ein Versprechen, das ich dir gegeben habe, nicht gehalten. Ich habe dich nicht vor all den schlimmen Dingen auf unserer Welt beschützt. Ich war nicht da, in dem Moment, in dem du mich am meisten brauchtest. Ich war nicht da und wahrscheinlich werde ich mir dies auf ewig nicht verzeihen. Diese eine Nacht, diese eineinhalb Jahre, dieses Leben.

Ich wollte immer, dass es dir gut geht. Dein Lächeln bewirkte Wunder, du warst der Inbegriff des Mensch gewordenen Sonnenscheins. Und jetzt bist du weg und ich frage mich, ob es Absicht war, dass nun alle von dir sprechen, deinen Namen in den Mund nehmen und nach wenigen Worten schon befeuchtete Augen haben. Ich denke, dass die schlimmste Sache ist, wie du gegangen bist. Still und leise, sanft und ruhig. An etwas, wovon wir zuvor nur selten gehört hatten. One in a million, wie man so schön sagt.

Jetzt, immer noch, nach acht Monaten, treffen wir auf Leute, die von deinem Schicksal erfahren haben. Allerweiteste Bekannte kommen auf uns zu und rütteln die Erinnerung wach. Vergleichen unser Schicksal mit irgendeinem banalen aus ihrer Vergangenheit. Wollen einfühlend sein und zerstören doch viel mehr, als man glaubt. Aber das wissen sie nicht und ich will es ihnen nicht sagen. Ich bewege mich einfach weg von ihnen.

Und jetzt sitze ich oft da. Am Balkon, mit Blick auf den bewölkten Himmel, den Bach beim Rauschen zuhörend und eine Zigarette inhalierend. Und denke. An die Zeit danach. An deine letzte Umarmung. An dein Lächeln, deine kleinen Hände, deine Stimme. Deine Augen und unsere gemeinsame Zeit. Und ich kann es einfach nicht fassen, dass sie vorüber ist. Dass ich nie wieder mit dir über Betten hüpfen kann und wir nie wieder gemeinsam essen werden. Manchmal sitze ich auch in der Arbeit und erwische mich dabei, wenn in wenigen Sekunden die heftigsten Eindrücke auf mich einprasseln. Dann schüttle ich den Kopf und versuche zu entkommen.

Aber das ist es. Ich wollte immer, dass es dir gut geht. Vielleicht geht es dir jetzt gut, ich wünsche es dir. Niemand sonst hat es so verdient wie du. Du warst ein großartiger Freund und der wichtigste Teil unserer Familie. Warst ein Zauberer und doch nur ein Kind. Ein Baby, könnte man fast sagen.

Und was nicht war. Wird auch nie so sein.

Jeden einzelne Pore von dir habe ich geliebt, zur der Zeit, als Liebe angebracht war. Jede einzelne Pore von dir wollte ich vergessen, als du uns aufgabst. Ich habe lange mit mir gekämpft und habe immer noch versucht, dich zu überraschen. Dir zu zeigen, dass ein Leben ohne mir sinnlos ist, und dass nur ich der Richtige sein kann. Ich habe gehofft, du würdest es endlich einsehen und irgendwann schossen die Gefühle wieder hervor und ich glaubte, dass ein Leben ohne dir unmöglich sei. Dann folgte die Therapie und meine Abrechnung mit dir, eine Abrechnung mit der du nicht umgehen konntest, nicht wolltest. Ich wollte dir damit zeigen, dass es so nicht weitergehen konnte, aber dass ich irgendwann, in einem halben Jahr oder so, über die Möglichkeit einer Freundschaft nachdenken könnte.

Irgendwann kam auch die Aussprache und ich glaubte, nachdem ich zum ersten Mal seit vielen Monaten deine Stimme gehört habe, dass wir irgendwann wieder unser gemeinsames Glück finden könnten. Als Freunde. Deine Stimme, die ich so geliebt habe, damals, vor mehr als einem Jahr. Deine Stimme, die sich stets auf mein Herz gelegt hat, als ich es nötig hatte. Ich hatte sie wieder gehört, und für den kurzen Moment dieses Telefongespräches glaubte ich daran, dass alles gut werden wird. Leichtgläubigkeit hat sich noch immer bestraft gemacht.

Man würde sich eben melden, wenn der Schulstress vorbei sei, wenn mal keine Schularbeit anstünde. Ich müsse mich noch gedulden. Und, hell yeah, ich habe mich geduldet. Habe gehofft und gewartet. Habe ehrlich daran geglaubt, dass du dich in absehbarer Zeit melden würdest. Ich habe dich zwei Mal zu irgendwelchen Parties eingeladen, in der Hoffnung, dich nach so vielen Monaten wiederzusehen. Zum Wiederkennenlernen nach so langer Zeit. Und ich habe mich auch geschworen, ich selbst zu sein, wenn wir uns das nächste Mal sehen sollten. Doch jedes Mal kam eine Absage und oft habe ich mich alleine aus dem Grund, dass du dich mit einer weiteren Absage von mir fernhieltest, betrunken. Manchmal bis zum Geht-nicht-Mehr. Das weißt du vielleicht gar nicht. So wie du das Meiste in meinem Leben nicht weißt.

Sag es mir, warum, verdammt noch mal, habe ich so viel Wert darauf gelegt, dass wir Freunde werden würden. Du warst meine erste große Liebe und du warst ein Sammelpunkt vieler unglaublich schöner Erinnerungen. So vieles verbinde ich mit dir, Lieder und Gefühlszustände. Du hast mir so viel gegeben, ohne es zu wissen. Und du hast mich auch enttäuscht. Ich weiß, dass ich nicht immer einfach bin, in einer Beziehung. Aber du hättest doch erst einmal verstehen müssen, was es bedeutet in einer Beziehung zu sein. Je regrette. Ich bedauere so viel und dass ich noch Monate danach nicht klar denken konnte und mich immer noch in den Gedanken vernarrte, dass alles mit uns wieder werden würde. Ich habe so vieles aufgegeben, was aussichtsreicher war, als all das, was je zwischen uns war.

Du weißt, wie gerne ich dich wiedergesehen hätte, jetzt, nach dem Streit und den vielen Monaten Stille zwischen uns. Du weißt, wie ich gehofft habe, wie ich auf uns gesetzt habe. Dass wir tolle Freunde werden würden, wenn wir nur alle beide etwas dafür zu tun bereit wären. Und in jedem der spärlichen Telefonaten hast du mich auf die nächste Woche verlegt. Aber dann, ganz sicher. Schon klar. Du hast die Hoffnung am Leben gelassen und so zogen sich die Tage dahin. Wochen vergingen und nun sogar Monate. Nichts mit reden, nichts mit Kaffee. Zum ersten Mal seit langem haben wir uns gesehen, letzte Woche. Du hast dich verändert, im Aussehen und in der Art. Und du hast dich wenigstens so weit von mir weg verändert, dass mich rein gar nichts mir mit dir verbindet. Du hast das Spiel gewonnen und du hast erreicht, was du immer wolltest. Ich lasse dich in Ruhe.

Viele haben ja gesagt, dass Freundschaften nach einer Beziehung oft nicht funktionieren, und wenn, dann erst nach Jahren. Für mich bist du jetzt gestorben und vielleicht ist es eine Genugtuung für dich, dass ich wieder einmal das Gefühl habe, jemanden zu verlieren. Aber dieser Verlust schmerzt nicht, denn ich kann mir keine Vorwürfe machen. Ich habe alles versucht und ich war immer da. Nur du hast gefehlt und hast es unmöglich gemacht, eine Freundschaft zu ermöglichen. Damit hast du auch das auf dem Gewissen. Ich möchte dich am liebsten nie wieder sehen, und doch lässt es sich nicht vermeiden. Irgendwo auf one hell of a party, oder an dem Ort, an dem alles begann. Wir werden uns also wiedersehen, aber dein Lächeln wird nie wieder so sein, wie es war. Nicht für mich.

Und ich bereue es. Ich bereue, dass ich jemals zu dir „Ich liebe dich“ gesagt habe. Nein, ich bereue nicht, dass ich es zu früh in unserer Beziehung sagte, sondern dass es überhaupt meinen Mund verließ. Denn durch deine späte Antwort, glaubte ich, dass wir hier von richtiger Liebe sprachen, und wenn diese erlosch, würde uns zumindest noch irgendein Band verbinden. Aber dadurch, dass du es auch gesagt hast, haben diese drei Worte, jetzt im Nachhinein, an Aussagekraft verloren.

Wir waren nie Freunde. Und nun werden wir es wohl auch nie sein.

Du warst das hübscheste, interessanteste, großartigste, umwerfendste Mädchen, dass ich jemals gesehen habe. Interessant wie schnell man von Liebe zu Hass übergeht und sich mehr und mehr der Gleichgültigkeit annähert. Und ich wünschte, du hättest irgendwann einmal das Feingefühl um zu sehen, wie viel du bereit warst, aufzugeben. Ich habe jetzt endlich einmal genug. Ich habe genug gewartet, genug Abstand gehalten, dir genug Freiraum gelassen, ich habe dich leben lassen, während ich nicht zu leben und vor allem zu lieben imstande war. Jetzt möchte ich leben, und da hat so ein verdammtes Wesen wie du keinen Platz. Vielleicht kommst du ja mal wieder auf diesen bescheuerten Blog und vielleicht liest du das und lässt dich darüber aus, was ich nur schon wieder alles über dich schreibe. Verdammt, bist du so blind. Alle Texte die melancholisch angehaucht waren, hatten mit dir zu tun. Wöchentlich wahrscheinlich mindestens fünf. Aber jetzt weißt du ja vielleicht, was ich von dir halte. Herzlich wenig.