Omatod.

Heute Morgen ist es also passiert. Meine Oma väterlicherseits ist gestorben.

Letzten Freitag haben wir sie noch einmal besucht, haben uns sozusagen von ihr verabschiedet, haben gehört, dass es also nur mehr eine Frage der Zeit sei. Solche ‚Fragen der Zeit‘ sind ja immer verdammt relativ und können von beschworenen drei Wochen zu weiteren drei Jahren werden. Hier war es nicht so.

Ich bin viel zu unaufgebracht, um einen passenden Nachruf zu schreiben. Natürlich finde ich es schade, dass ich meine Oma nicht ein weiteres Mal lebend zu sehen bekomme. Aber mit ihren 86 Jahren hat sie schon so viel erlebt, und dieser eigentlich relativ rasche Tod, genau den hat sie sich verdient. Ohne lange zu leiden.

Das Einzige, was mir Sorgen macht? Dass ich nicht da sein werde.

Meine Tante (bei welcher meine Oma die letzten Jahre lebte) fragte mich, ob ich am Begräbnis sprechen möchte, die Lebensgeschichte von Oma. Wahrscheinlich immer noch aufgrund der Abschiedsrede bei Timis Begräbnis. Und ja, natürlich hätte ich es getan, hätte mein Bestes gegeben. Aber ich bin nicht da.

Heute Abend oder morgen oder übermorgen (was weiß ich) geht es los nach Ozora, zu sechst im Wohnwagen. Ein Urlaub, auf den ich mich mindestens seit Mai freue. Soll ich jetzt auf meine zehn unglaublichen Tage in Ungarn verzichten? Ich hasse ja Begräbnisse. Aber ich wäre wirklich gerne dabei. Und Oma, weißt du? Ich werde auch noch einen anderen Weg finden, mich von dir zu verabschieden. Ich trage auch kein Schwarz oder lebe jetzt ruhiger. Nicht jetzt. Ich kann jetzt einfach nur sagen: Leb‘ wohl!

photocredits: moriza | flickr