Metaebene. [9]

678TZUFGHB. 08122010

Die Backspace-Taste. Immer und immer wieder. Heute will es einfach nicht. Ich sitze hier schon seit Stunden, manchmal huschen meine Finger über die Tasten, doch das Resultat ist nur ein leerer Blick auf die noch viel leerere Pinnwand. Und Zigaretten, die zum Fast Food verkommen und Energy Drinks, die ihre Wirkung wieder einmal verfehlen. Mein Kopf will es nicht und meine Gedanken gehören nicht hierher. Das sind beschissene Momente, wisst ihr. Wenn man so viel zu sagen hat, aber einfach nicht kann. Wenn einem die einfachsten Worte nicht einfallen, wo man doch ein Magier eben jener ist. Wo Worte doch zum Leben gehören, wie bei manch anderen Leuten Autos, oder Make Up oder Fußball. Wenn es sich anfühlt, als wäre das wenige Talent, welches man seit Jahren gegen alle Widerstände zu fördern versucht, plötzlich Geschichte. Unlesbar, ein Teil der Vergangenheit.

Und man packt dann einen Notizblock und sucht den einen perfekten Stift, der sich dafür eignen sollte, und legt sich ins Bett damit und wartet. Möchte ein Gedicht entwerfen und nichts geht und die wenigen Zeilen, die in meinen Augen vollkommener Mist sind. Und dann das Zerknüllen, so klischeehaft, und das Verfehlen des Papierkorbs. Nichts hilft, man versucht sich abzulenken, sucht nach Inspiration, aber wird nicht fündig. Es sind Tage wie diese, vor denen ich am Meisten Angst habe.

Und der Entwurfsordner auf der Festplatte wird größer und größer und ich beginne sogar schon, sie in Kategorien einzuteilen. Manchmal lese ich sie noch einmal und erkenne die Intention, doch allein mir fehlt die Kunst, alte Gedanken aufzugreifen. Diese Entwürfe sind für die Ewigkeit, sind nicht mehr ich. Ich habe mich von ihnen abgewandt, bin aus ihnen entstanden, habe sie als mein Fundament.

Flüchte mich in Gedanken an. Liebe. Und Schmerz. Aber vielleicht stimmt es wirklich. Man kann es nicht erzwingen, muss darauf warten und hoffen und wünschen. Vergessen sollte man darauf aber auch nicht. Denn sonst besteht die große Gefahr, auf ewig in der Metaebene stecken zu bleiben.