Grenzen.

Komm, wir müssen weg. Müssen laufen, weg von hier, hinaus in die Welt. Uns verstecken, vor der Angst und uns mutig entgegenstemmen. Nimm meine Hand, ganz fest, nimm sie und versprich mir, dass du sie nie wieder loslassen wirst. Wir ziehen davon, haben die Macht, haben den Mut und trotzdem keine Ahnung. Keine Ahnung wohin, keine Möglichkeiten, und doch hindert es nicht, uns hineinzustürzen. In den Sog der Gewalten, in die Summe der Ereignisse. Lass mich hinein, in deinen Kopf, deine Gedanken, lass mich Teil werden deiner selbst. Nur gemeinsam können wir es wagen, können träumen vom Leben gemeinsam zu zweit. Gemeinsam allein. Und doch müssen wir weg hier, müssen raus, hinaus in die Welt. Hinaus aus der Stadt, über Grenzen hinweg, über Hürden und über Mauern. Nichts soll uns aufhalten auf unserem Weg ins Irgendwo. Und wir würden uns trauen, würden das Auto nehmen, würden losfahren. Verdammt, wer braucht schon ein Ziel. Wir würden halten, halten im Niemandsland, würden uns betrinken, würden kotzen vor Freude, würden Drogen nehmen, einfach nur um der Drogen wegen. Würden leben als gebe es kein Ende. Wir würden Geheimnisse zieren, du die meinen und ich die deinen und wir wären so unvernünftig, so verdammt einzigartig. Und dann, meine Liebe, dann hätten wir, ja, dann hätten wir wohl alles erreicht.

[Leichte Inspiration: Text 51: Ein Geheimnis, das Ihr niemandem erzählen könnt | Roman Held]

So wie du.

Wenn wir uns gegenübersitzen, das Glas oder die Tasse oder irgendetwas Unbeständiges in unseren Händen, die Blicke herumschweifend, mal treffend, mal ihr Ziel verfehlend. Und reden. Du über dich und du über mich und ich über dich und ich über mich. Und wir jedes Mal vergessen über dieses eine Etwas zu reden. Über uns. Über das Wir, dass wir beide sind.

Foto: TLA8 | flickr

Und das schlaflos im Bett liegen, wenn Gedanken an dich mal wieder die Überhand nehmen, weil mein Herz und wohl auch mein Kopf nichts anderes zulassen wollen und die Nacht doch nur unnütz ist, wenn man den Großteil davon verschläft. Und ich aufwache, weil Gedanken an dich mich nicht mehr schlafen lassen wollen.

Ich genieße jede einzelne Minute, die wir miteinander verbringen, liebe unsere Gespräche. Du hast dich in den vergangenen Tagen und Wochen zu einer unglaublich wichtigen Person für mich entwickelt hast. Und ich würde dir gerne sagen, wie wichtig du mir bist und dass mein Herz dich gerne mal in seine Arme schließen möchte und dass du und ich, wir beide, ein tolles Wir abgeben.

Und dann höre ich etwas, das meine Gefühle in den vergangenen Monaten auf den Kopf zu stellen wagt, will nicht glauben und kann nicht verstehen. Und diese Stimme in mir, die behauptet, dass so falsch ich nicht liegen kann und dass irgendetwas ja doch nicht stimmt. Und in Wahrheit möchte ich nur, dass du siehst, was für ein Mensch ich bin. Dass du siehst, wie sehr ich mich um dich sorge, wie viel du mir bedeutest. Will, dass du bemerkst, dass ich etwas Besonderes bist. So wie du.

Haltestellen. [17]

Wegwerfzeitung. 16122010

Angst sollte ich haben, Angst vor allem und vor allem vor jedem. Weil niemand mehr gut ist und die Welt doch nur hässlich und das Leben eigentlich auch nur eine fast ewige Tortur ist. Das will mir zumindest die Zeitung klar machen, die ich heute morgen ganz einfach nicht angreifen hätte sollen. Nicht mitnehmen, nicht lesen.

Aber schön langsam scheine ich schon wieder zu begreifen, warum die Gesichter um mir herum so düster sind, und viele am Liebsten nicht in die Grimasse ihres Gegenübers blicken wollen. Okay, zugegeben … es ist noch viel zu früh am Morgen, aber wahrscheinlich haben auch sie in dieser Zeitung geblättert und innerlich schon mit ihrem Leben abgeschlossen. Beinahe möchte ich auf einen Plastiksessel in dieser U-Bahn hüpfen, und ihnen etwas erzählen, will ihnen erklären, wie es nun wirklich auf der Welt aussieht. Aber einerseits hätte das so etwas von einem Messias und andererseits ist es dafür heute eh viel zu voll hier.

Während sich wieder einmal die Menschenmasse austauscht, bekomme ich endlich einen Sitzplatz. Ich fahre nicht weit, aber das ist egal. Den Kopf gegen die Scheibe gelegt, das Gerattere in meinen Ohren, sauge ich die vorbeiziehenden Eindrücke auf und atme tief und fest ein. Und denke mir, so ganz bei mir: „Das ist es. Das ist das Leben. Eine wilde Aneinanderreihung verschiedenster Haltestellen. Die eine schöner, die andere eher nicht. Und dazwischen zieht alles so schnell vorbei, man versucht einen Blick zu erhaschen und schafft es aber doch irgendwann.“ Und lächle wild in mich hinein. Sowas sollten die mal drucken, nicht nur irgendeinen Scheiß von wegen Bombe und so.

Als ich wieder aufblicke, bemerke ich es. „Scheiße!“, springe ich auf und stolpere zur Tür. Ich habe meine Haltestelle übersehen. Und schon wieder muss ich grinsen, denn in Gedanken füge ich hinzu: „Ja, und das ist der Unterschied zum richtigen Leben. Da kann man nicht einfach umsteigen und wieder zurückfahren.“

Zurücktreten, bitte.
Zug fährt ab.

Nur umso mehr.

Du siehst mich nicht so an,
Wie ich es gerne hätte.
Und jedes neue Lächeln
Sollte nur für mich sein.

Kein Wort von dir
Wenn ich dich brauche
Keine tröstende Hand
Bei mir.

Mein Kopf, der sagt mir:
„Lass es sein.“
Mein Herz liebt dich
Nur umso mehr.

Drum sag doch einfach
Was du fühlst.
Hör auf mit mir
Ping-Pong zu spielen.

Doch ist es nur,
So scheint es mir
Ein blödes Spiel
Meiner Gefühle.

Es tut mir Leid,
Komm, lass es sein.
Du brauchst mich nicht,
Wie ich wohl dich.

Wir sollen nicht
Wir möchten nicht
Wir können nicht
Gemeinsam sein.

Tjaja. Jetzt, wo mein Kopf ein bisschen weg vom Web 2.0 kommt (okay, ich bin noch täglich hier, auf Twitter, auf Facebook, auf Posterous), versuche ich mich hie und da auch mal wieder lyrisch. Oder besser gesagt: Ich habe den Gedichteblog nur zufällig wieder entdeckt. Hoffe es gefällt. Und vielleicht halte ich es wie hoch21 mit seinen Alternativen. Während er an seinem Buch arbeitet, stellt er eben doch hin und wieder ein paar Posts online. Wirklich Lesenswerte.

Ob der eigenen Vernunft.

Manchmal möchte man – aufgrund der eigenen Vernunft – nur mehr kotzen.
Ich zumindest.

Warum kann man denn nicht einmal all diese Einflüsse aus dem Inneren des Herzens und des Kopfes hinter sich lassen. Die Augen schließen, zu denken aufhören, und einfach nur vor sich hinleben. Es würde doch alles so viel einfacher machen.

Abseits der Tagesordnung. [Ein Monolog]

„Als ich dich das erste Mal sah, bist du mir aufgefallen. Nicht so besonders. Vielleicht stellst du dir jetzt vor, dass die Welt um mich herum plötzlich langsamer wurde, und du in einem hellen Schein dastandst und ich mit leuchtenden Augen in die deinen blickte. Nein. Ich fand dich einfach nur auffallungswürdig. Vielleicht erklärt das ja auch, warum ich dich anschließend die ganze Zeit ansehen musste. Immer kurz den Blick schweifen lassen, deinen Kopf, deinen Körper erkennen, verharren. Bis du dich für den kurzen Moment eines Augenblicks bewegtest. Immer und immer wieder musste ich zu dir hinsehen. Glaubst du, ich hätte es zu diesem Zeitpunkt schon geschafft, dich anzusprechen? Nein. Dafür bin ich viel zu schüchtern. Wenn mir jemand so besonders auffällt, so … besonders ist womöglich, kann ich mich noch weniger dazu überwinden, ein kurzes Hallo zu spenden und zu lächeln und in tiefen Smalltalk zu verfallen. So blieb mir einfach nur die Zeit, in der ich dich betrachten konnte. Und ich habe sie genossen. Aber weißt du eigentlich, wie komisch es sich anfühlte, als du plötzlich wieder weg warst? Meine Augen hatten Urlaub, mein Kopf erlaubte ihnen nicht einmal mehr, irgendjemand anderen anzusehen. Er wollte dich wieder sehen. Mein Kopf genauso wie meine Augen und mein Herz. Es dauerte lange, aber es stimmt wirklich. Man trifft sich immer zwei Mal im Leben. Dass es nun schon so lange Zeit her ist, überrascht mich. Hast du dich doch kaum verändert. Noch immer strahlt dein Auftreten etwas Besonderes aus. Und du wirkst so … unschuldig, so brav. Als hätte es all die Jahre zuvor nicht gegeben. Als wärst du an diesem einen ersten Tag nach Hause gegangen und heute wäre das Morgen von gestern. Vielleicht hast du mich ja auch erkannt. Obwohl. Hast du mich denn überhaupt bemerkt, damals? Ich weiß es nicht. Und jetzt sitze ich neben dir und erzähle dir die Geschichte meines Lebens. Ach nein. Es ist die Geschichte von uns beiden. Von dir und mir und wir kennen uns nicht einmal. Ich weiß nur wie du aussiehst, und jetzt auch wie du riechst. Wie du lächelst und wie du dich bewegst. Dir kommt das komisch vor? Es ist ganz normal. Man bemerkt die überraschendsten und nebensächlichsten Dinge wenn man jemanden beobachtet. Aber dein Lächeln ist definitiv nicht nebensächlich. Es ist vielmehr wunderschön und setzt auf das Besondere an dir noch eine Piemont-Kirsche hinauf. Ich weiß nicht, wie du das getan hast, aber damals, an diesem einen Tag hast du mich verzaubert. In einem Moment, als Verzaubern ja mal sowas von gar nicht auf der Tagesordnung stand. Hast mich gepackt, nicht mehr losgelassen und bist schließlich einfach abgehauen. Hast mich alleine gelassen in dieser Traumwelt, in diesem Gedankenkomplex und tauchst jetzt plötzlich wieder auf. Wirbelst mein ganzes Leben durcheinander. Vielleicht hast du heute Lust, den Abend mit mir zu verbringen. Wir würden Wein trinken, Weißwein. Würden auf einer Decke liegen und reden. Würden reden über die Sterne, über das frische Gras, welches noch so saftig duftet und mit jedem Frühlingsregen weiter aus der Erde sprießt. Wir würden über Kinofilme reden und über Musik, die vielleicht Tränen in uns erzeugt hat. Über unser Leben und unserer Erlebnisse. Wir würden die ganze Nacht damit verbringen, uns kennen zu lernen. Und. Ach ja. Ich bin übrigens Dominik.“

Bild von fotologic

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Und wie es nervt. Diese Zeit, die hier. Eben gerade. Das Jetzt, also. Alles so stinklangweilig und stressig, so laut, so niederstreckend unnötig. In der Zeit der Stille kann von Stille wohl keine Rede sein. Viel eher befindet sich mein Leben in genau diesem einen Monat im Ausnahmezustand. Schon klar. Man muss ja nicht. 

Nichts muss man. Ist ja selbstbestimmend und schon groß. Schon gut. Lassen wir das.

Weihnachten nervt solange bis Weihnachten da ist. [Twitter, 20:58] Eine, meine Weisheit. Weihnachtsfeiern mit Freunden sind großartig, aber wer hat diesen Arsch von Kater eingeladen, der immer am Tag danach auftaucht? [Twitter, 21:01] Und jetzt nur noch schnell morgen zertreten werden von hysterischen Menschenmassen, dann heim, packen, und Weihnachten kann kommen. [Twitter, 21:03] Und womöglich noch einmal Skifahren. Mit Freunden. Am Weihnachtsvortag. Um dann physisch tot noch einmal mit Freunden zu feiern. [Twitter, 21:05] That’s it. Nicht mehr und nicht weniger. 

Ich möchte in diesen Wochen einmal aufwachen, ohne dass mir irgendjemand meiner Elternriege es mir an den Kopf wirft, dass kein normaler, gesunder Mensch in meinem Alter so viel Schlaf nötig hat. Wären sie in meinem Körper, würden sie mich wohl verstehen. Denn wenn der Winterschlaf für Tiere wunderbar ist, warum sollte dann ich als Mensch denn darauf verzichten.

Okay, zugegeben. Ich weigere mich weitesgehensd diesem Eintrag irgendeine Art von Sinnhaftigkeit zu verleihen. Ich bin nur gerade so müde, so matt, so zermürbt und so schrecklich overdressed [und bin verwundert, dass die Abschlussalben des Jahres 2008 so furchtbar einfallslos sind, dazu aber vielleicht später mehr]. Ich wollte eigentlich nur noch einmal zeigen, dass es mich noch gibt. Und das ich im innersten Inneren meines Inneren weder traurig noch glücklich bin. Entscheidungsfreudig war ich noch nie, und so stehe ich einfach dazwischen. Mal sehen, was dabei rauskommt. Und vor dem Jahreswechsel kommt hier noch was. Das war ja klar.

Bild von +Maco+