In höchsten Höhen.

Menschen lieben es, von der Ewigkeit zu sprechen. Und so verspricht man sich. Für Menschen, deren Anerkennung man sich hart verdienen, deren Liebe man sich Tag für Tag neu erarbeiten muss. Es hat niemand verdient, dass man ihm ewige Liebe schwört. Ich hasse die Ewigkeit. Sie hat einfach rein gar nichts mit der Realität zu tun.

Hätte ich den Mut, zu sagen, was ich denke, dann hätte ich mir zumindest eine Träne von ihr erwarten dürfen. So viel Überwindung hätte es mich gekostet, mich dies zu trauen. So häufiges Stottern hätte ich in Kauf genommen, um die Worte richtig in den Mund zu nehmen. Aber es wird wohl nichts mit der Träne. Nichts mit Mut.

Jetzt ist es die Stille und Tocotronic, die mich tragen. Ins Land der Träume und auch wieder zurück.

Ich liebe es zu fallen. Denn man muss erst einmal in höchste Höhen vorgedrungen sein, um richtig fallen zu können. Und egal, aus welchem Grund der Stoß nach unten erfolgt, die Tatsache, es so hoch geschafft zu haben, müsste ganz einfach Trost genug sein. Fallen gehört zum Leben dazu. Zur Realität. Und wenn man sich mit der Tatsache abgefunden hat, tief zu fallen, um nur irgendwann wieder einmal aufzustehen, dann hat man sie endlich kapiert. Dann kann man endlich mit ihr umgehen.

Ewigkeit. Hm.

Die Ewigkeit besteht. Aber einzig und allein im Kopf und nicht im Herz. Scheiß auf all die Abdrücke, die Menschen hinterlassen haben, auf all die Brocken, die man möglicherweise unglücklich verschenkt hat. Der Kopf vergisst viel langsamer als das Herz. Und selbst wenn das Herz bereit ist, erneut zu fallen, schwirren im Kopf noch die Gedanken des letzten Stoßes irgendwo herum. Vielleicht wird die Realität erst hirnlos wirklich lebenswert. Herzlos darf sie auf keinen Fall werden.

Ich befinde mich gerade wieder am Aufstieg. Erklimme einen Höhenmeter nach dem Anderen. Alles fühlt sich gut an, und so vieles richtig. Natürlich gibt es so manches Hindernis, so manches Hirngespinst. Aber wenn man mit sich im Reinen ist, kann es womöglich etwas werden. Von ganz alleine. Ohne zuviel nachdenken zu müssen und ohne an Erinnerungen hängen zu bleiben. Und vielleicht bedarf es eben dieser Zufriedenheit mit sich selbst, um ehemalige Ewigkeiten-Idiotien zu beenden um den lange gewünschten Punkt zu setzen.

Genau jener Punkt, der am Satzende fehlte. Genau jener Punkt, nachdem all das Neue lauert.