Wenn Nur. Mehr Worte Zählen. Und Das Unausgesprochene. Überwiegt.

Wenn nur mehr Worte zählen, und die Tage nichts mehr wert sind. Wenn Tränen wärmenkönnen, und Feuer weint. Wenn Schmerzen lachen, und Worte einem Leid zufügen. Dann, ja dann ist das Leben lebenswert.

Wenn man nebeinander sitzt, sich Blicke schenkt, Gedanken teilt, und sich Berührungen wünscht. Dann zählen nur mehr Worte. Wenn man glaubt, die Blicke zu verstehen, passiert es immer wieder, dass Gedanken den Kopf vollmüllen. Das Worte von den Lippen gelesen werden können, selbst wenn der ganze Mund ruht. Die Angst vor Nähe, und die Angst vor Ablehnung lässt einen jedoch still ruhen um das Problem der Unnahbarkeit für sich in Anspruch zu nehmen. Verlässt sich auf den ersten Schritt des anderen, um dann doch nur wieder mit tränengefüllten Gedanken alleine im Bett zu liegen. Und nicht einschlafen zu können, da diese unausgesprochenen Worte doch mehr sind als nur Leere und Luft. Sie beklemmen, erzeugen Krämpfe, und halten einen wach.

Wenn man nebeneinander sitzt. Zwei Freunde. Menschen mit geteilter Seele. Verwandte der Gedanken. Und doch die Vergangenheit über diesen beiden Freunden liegt. Sich Gedanken in das Hirn schleichen, und man denkt, dass alles doch wieder so wie früher ist. Man sitzt neben diesem Menschen, der einem manchmal mehr bedeutet als die gesamte Welt in ihrer Sinnlosigkeit. Man möchte sprechen, vieles erzählen. Möchte, wenn man traurig ist, in den Arm genommen werden. Wenn man einsam ist, wünscht man sich diesen Freund zum In-die-Sterne-Schauen. Möchte manchmal einfach nur reden. Sitzt neben diesem Menschen und kann nichts sagen. Möchte erzählen, was einem auf dem Herzen liegt, und kein Wort in diese Richtung verlässt den Mund. Möchte sich beschweren, da sich dieser Mensch doch schon viel zu viel verändert hat. Und man sagt einfach nichts. Ein Kloß im Magen malträtiert die Gewohnheiten und die Gefühle für diesen Menschen. Und wenn man ihn dann das nächste Mal sieht, fühlt man sich zwar besser. Und doch bleibt das Unausgesprochene. Niemals werden beide davon erfahren.

Wenn man nebeneinander sitzt. Sich unwohl fühlt, am liebsten den Platz verlassen möchte und man dann doch merkt, dass genau diese Menschen einem die Erbanlagen geschenkt bzw. achtlos überlassen haben. Deren Anrede man als Erstes lernte. Der Vater. Die Mutter. Menschen, die einem mehr bedeuten sollten, als das Universum in seiner verdammten Unendlichkeit. Und doch hasst man diese gewissen Angewohnheiten eines jeden. Hasst den Umgang, hasst es, wie sie mit einem reden, hasst ihre Stimmen, ihre Worte. Man glaubt, den Glauben an sie schon längst verloren zu haben. Möchte oft einfach nur aufstehen, alles ins Gesicht schreien, möchte ihnen zeigen, was man so an ihnen hasst. Möchte Türen eintreten, Spiegel zerschlagen. Möchte all die Wut, die sich in einem Menschen aufstauen kann, herauslassen. Und doch bleibt man sitzen. Schluckt still den Schmerz hinunter. Und das Unausgesprochene kehrt immer wieder zurück ins Gedächtnis. Wenn man sie das nächste Mal sieht, wenn sie das nächte Mal mit einem sprechen. Alles bleibt gleich.

Und das Unausgesprochene überwiegt. All diese Worte, die nie den Weg finden. All diese Gedanken, die nie in Worte umgewandelt werden. All die Gefühle, die im Bereich der Gedanken steckenbleiben. All das überwiegt. Nur der Schmerz, die Angst, die Ungewissheit … nur das bleibt.

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Bis Ans Ende Der Welt. Und Zurück.

Single-Leben

Man wundert sich schon, wie viel sich in einem Jahr verändern kann. Es ist kaum zu glauben, wie viel ich gewachsen bin. Nicht von den Zentimetern her, aber von mir selbst. Mein innerstes Ich ist nun meinem äußeren Auftreten einige Jahre voraus. Wie ich darauf komme. Weil ich heute aufgewacht bin, am Wecker dieses Datum gesehen habe, und irgendwie immer nur an diesen einen Tag letztes Jahr denken kann. Weil es damals einfach viel zu schön war. Und ich heute nicht einmal eine Frau in Aussicht habe. In die ich mich verkuckt habe. Nein. Es ist gar nichts. Es gibt nur meine Liebe, die ich gerne herschenken möchte. Und die Gewissheit, dass es lange dauern wird, bis ich wieder einmal so lieben kann. Zu stark bin ich gegen diese eine Mauer gelaufen. Zu sehr habe ich mich verletzt. Zu sehr wurde ich verletzt.

Werde ich jetzt also immer diese Zweifel haben? Werde ich mich also immer fragen, ob sie mich denn überhaupt noch liebt, wenn ich neben ihr einschlafe, und neben ihr aufwache. Würde ich jetzt also jeder Frau in die Augen blicken, und mir denken, dass selbst die Augen nicht die ganze Wahrheit sagen. Wäre ich also durch diese Geschehnisse ab dem 15. August 2006 geschädigt? So großartig, wie diese Tage trotzdem waren, kann ich mir das nicht vorstellen.

Eines fällt mir auf. Um in eine Beziehung oder etwas Beziehungsähnliches zu stürzen, gibt es vorher immer ganz viele Gespräche. Einfach weil man sich schon so lange kennt, weil man fast täglich im ICQ schreibt oder weil eben gerade eine Kapelle da ist. Diese Gespräche sind wunderbar. Dadurch lernt man sich erst so richtig kennen. Sie offenbaren so viel. Aber etwas beunruhigt mich. Wann habe ich das letzte Mal solche Gespräche geführt? Zurzeit spreche ich vor allem mit meinen Ex-Freundinnen und jetzt besten Freundinnen über meine Gedanken, über die Vergangenheit und natürlich über die Zukunft. Es gibt keine Mädchen, in das ich verliebt bin.

Vielleicht denkt ihr euch jetzt, ist ja ganz okay. Aber nein. Das ist untypisch für mich. Seit ich mich für Frauen interessiert gezeigt habe (also nach der Zeit der sexuellen Orientierung) war ich stets verliebt. In eine Frau (damals noch ein Mädchen) 2 1/2 Jahre, und dann immer solange, bis ich enttäuscht aufgeben musste. Immer war ich verliebt. Und selbst wenn ich mir sagte, diesmal nicht. Diesmal verliebe ich mich nicht in die Erstbeste. Ich hatte schon wieder jemanden im Hinterkopf. Der dort saß und sich in meinem Kopf breitmachte. Deswegen beunruhigt mich diese Zeit gerade.

Ich würde meine Freundin auf den Händen tragen. Bis ans Ende der Welt. Und zurück. Ich würde, so gut es geht, jeden Wunsch von den Augen ablesen. Würde alles tun. Würde kilometerweit fahren, nur um sie zu sehen. Selbst wenn es schon dunkel ist, und es nur um 15 Minuten geht. Das könnte ich mir, denke ich, von meinen Exfreundinnen bestätigen.

Ich frage mich wirklich, wann ich mal wieder komplett verliebt hier ankomme, und irgendetwas vermelde. Ich weiß nicht. Es fehlt mir. 

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Dies. Jens.

Die einzigen Überschneidung zwischen dem Dies- und dem Jenseits ist die Seele. Das habe ich mir heute im Bus gedacht. Im Diesseits ist sie eingepackt. In einen Körper. Der eine schöner, der andere nicht. Um Jenseits hingegen bleibt eben nur mehr diese Seele übrig. Und alle Verletzungen, die diese Seele ertragen musste, fast unheilbare Verletzungen, Verletzungen, die einen vielleicht sogar ins Jenseits getrieben haben, sind weg. So etwas denkt eben ein typischer Neunzehnjähriger auf der Heimreise von seinem Zivildienstjob.

Es ist ruhig. Erschreckend ruhig. Hier im Wohnzimmer. In diesem Zimmer, welches früher immer das Zentrum unseres Hauses war. Hier war immer etwas los. Hier wurde Lego gebaut, hier wurde televisioniert. Nachdem wir Kinder aufstanden gingen wir als erstes ins Wohnzimmer. Ich hingegen sitze hier jetzt ganz alleine. Meine Eltern sind schon wieder unterwegs. Nein, das soll jetzt in keinster Weise so rüberkommen, als wolle ich meine Eltern verbieten, außer Haus zu gehen. Aber dies ist wieder einmal ein Abend, an dem ich zuhause wäre. Ein Abend, an dem ich bis spät in die Nacht hier sitzen könnte, im Wohnzimmer. Ein Abend, an dem meine Mutter und ich hätten sprechen können. Über Gott und die Welt. Wie ich es eben an meiner Mutter so liebe. Aber sie sind nicht da. Und ich philosophiere über das Diesseits. Und höre „How To Disappear Completely“ von Radiohead. Manchmal würde ich mir das auch wünschen. Einfach zu verschwinden. Aber es wird einem nie so einfach gemacht. Immer wenn man glaubt, alles wäre perfekt, kommt von irgendwo eine Faust und schlägt einem mit voller Wucht auf die Nase. Man kann da noch froh sein, dass man nicht zu bluten anfängt.

Und diese Faust scheint mich heute Abend wieder getroffen zu haben. War ich gestern Abend und heute Vormittag noch gut gelaunt, durch das Treffen mit Elisabeth. So sitze ich jetzt hier und fühle mich wieder einmal einsam. Nein, es ist nicht, weil ich alleine zuhause bin. Ich war schon oft alleine zuhause. Aber seit kurzem gesellt sich immer wieder dieses Gefühl von Einsamkeit. Und ich hasse dieses Gefühl. Ein Gefühl, gegen das ich nie ankämpfen werde können. Nur irgendwann einmal zieht sich die Faust zurück und es wird wieder gut. Wenn auch vielleicht nur für kurze Zeit.

Die Gespräche gestern haben mich wieder nachdenken lassen. All die Erinnerungen, all das Wieder-In-Erinnerung-Holen von Gefühlen. Es ist schon ein geniales Gefühl, wenn man verliebt ist. Selbst die Zweifel an der Gegenseitigkeit sind schon cool. So etwas wünsche ich mir wieder. So etwas Schönes. Wünsche mir … ach. Verdammt. Wieso wünsche ich mir das. Wieso. Es hat doch keinen Sinn.

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Vom Leben Gelernt: Freunde Bleiben. Unbekannte Werden.

Geschlechterrollen

Wenn man in die Tagebücher der Welt blicken könnte, die Tagebücher jener pubertierenden, pickeligen Menschenverachter, die vor lauter Gefühlschaos und pingeligen Hormonhaushalt auf ihre Umwelt vergessen. Wenn man in diesen Tagebüchern lesen könnte, dann würde man wohl oft den Satz „Und dann sagte er // sie: „Aber hey. Lass uns Freunde bleiben“. Wetten? Warum ich das so genau weiß. Weil es in meinen Tagebüchern gestanden hätte, hätte ich nicht versucht, wie immer über meinen Gefühlen zu stehen um meine seelische Gebrochenheit publik zu machen. Warum ich jetzt von mir auf alle Jugendlichen schließe? Warum denn nicht. Und … weil es eben so ist.

Wisst ihr. Solche Sätze können einen soweit bringen, dass man einen ehrlichen Versuch startet, sich selbst zu hassen. Wenn ein Mädchen einem ins Gesicht sagt: Du bist für mich nur ein guter Freund. Oder Du bist wie ein Teddybär, einfach zum Knuddeln. Dann fragt man sich, warum man für alle nur der gute Freund ist. Für alle nur diese knopfäugige Teddy. Warum ist man für niemanden mehr. Warum empfindet ihr immer nur diese einen Gefühle? Warum empfinde ich immer so viel mehr. Fragen, die Philosophen und Schriftsteller beschäftigen. Ich versuche nie, mir eine Antwort zu suchen. Würde sie meiner Überzeugung widersprechen, würde ich sie erst gar nicht nah genug an mein Herz lassen.

Für mich war eine gute Freundschaft immer der Grund, mehr zu empfinden. Oder sagen wir … der Auslöser. Viele gute Freundinnen wissen gar nicht, dass ich einmal für kurze (und manchmal auch längere) Zeit in sie verknallt war. Ich werde es ihnen wohl auch nie sagen. Frühestens, wenn wir alle über 40 sind und uns zum Golf spielen und Brunchen treffen. Dann frühestens. Aber es ist einfach so verdammt schwer, neben einer Person zu sitzen, und zu wissen, dass man nur alleine diese Gefühle hat. Wenn man rein freundschaftlich seinen Kopf in ihren Schoß legt, sie dir rein freundschaftlich die Haare aus dem Gesicht streift, dich anlächelt. Und du doch so viel mehr empfindest. Man möchte es so gerne sagen. Hat Angst alles zu verlieren. Hat Angst vor eine Abfuhr. Hat einfach nur Angst. Man möchte sich ausreden, dass es sowieso keinen Sinn hätte. Und fragt sich dann trotzdem wieder, warum sie nicht dasselbe fühlt.

Jemandem Freundschaft zu geben, der Liebe will, ist wie, jemandem Brot anzubieten, der gerade am Verdursten ist!

Hat man es irgendwann einmal geschafft, seine Gefühle ausdrücken, dann kommen eben diese Sätze. „Aber komm, lass uns Freunde bleiben.“ Freunde bleiben. Was ist das nur für eine ausgelutschte Floskel. Freunde bleiben. Aus den Worten einer Frau, die ich vielleicht seit einem Monat kenne. Die ich zwar unglaublich gerne sehe, die ich zu lieben versucht habe. Und so eine Person spricht von Freunde bleiben? Kennt sie überhaupt eine wahre Freundschaft. Die entsteht nicht so schnell. Nicht so. Früher sagte ich immer. Ja. Mir ist es wichtig. Ich will dich nicht aus meinem Leben verlieren. Ohne darüber nachzudenken, wie viel … beziehungsweise, wie wenig mir diese Person eigentlich bedeutet. Jetzt im Nachhinein, nachdem ich sie wie viele „Freunde-bleiben-Freundschaften“ zerbrochen, oder zu „Samstag-Nacht-Wiedersehen-Küsschenlinks-Küsschenrechts-Smalltalk“-Bekanntschaften verkommen sind, muss ich den Revolverhelden recht geben. Scheiß auf Freunde bleiben. Das war wohl eines der vier Lieder, wo ich am meisten mitbrüllte. Mitschrie. Mitempfand.

Was mir aufgefallen ist: Es gibt so etwas wie „Freunde bleiben“. Aber ich kann bestätigen, dass es von mir kommen muss, damit es funktionieren kann. Und es ist sowieso komplett unrealistisch zu sagen, dass nach einer Beziehung, oder einem beziehungsähnlichem Ding sofort eine rein platonische Freundschaft möglich ist. Was ich brauche ist Abstand. Schmerzvollen, gefühlsstarken Abstand. Mit all den verweinten Nächten. All der traurigen Musik. Und all dem Selbsthass und dem versuchten Hass gegen die andere Person. Und ein Abstand voll Unverständnis und unausgesprochene Dinge.

Bei der einen Person, scheiterte die Freundschaft fast daran, dass ich den eigentlich unfreiwilligen Abstand als eine Wohltat betitelte. Zwei Monate oder sogar drei heftigster Streit. Mit fehlenden Worten. Vollem Missverständnis. Und Tränen aus Wut und Trauer. Aber irgendwann hat auch sie eingesehen, dass Freunde bleiben auch geht. Und vor allem wegen diesem Abstand. Die andere Person kannte ich vorher viel zu wenig, aber ich wusste schon, dass sie mir wichtig werden würde. Sie hat mir dieses eine Monat unserer „Beziehung“ zu einer der schönsten Monate meines Lebens gemacht. Ich weiß nicht warum. Diese Tage, diese Erinnerungen. Sie haben etwas Magisches. Und durch unseren rein geografisch auffallend hohen Abstand war es uns anschließend eigentlich immer nur am Wochenende möglich uns zu sehen. Nehmen wir dann also die Arbeitswoche als Abstand her. Dieser Abstand hat anfangs nicht gereicht. Gefühlsflashback. Der Versuch zu verkuppeln. Nur um die Gefühle abzutöten. Einbildungen. Und doch. Heute darf ich sie immer noch zu einer meiner besten und vor allem wichtigsten Freunde zählen.

Madame Nummer 3. Meine erste Beziehung. Ich habe schon viel zu oft darüber geschrieben. Wir hatten Abstand. Kamen wieder zusammen. Es zerbrach. Ich hörte auf mein Gehirn. Und wieder hatten wir Abstand. Dann und wann, stets langsam nahmen wir wieder Kontakt auf. Und auch sie ist nun ein wichtiger, rein platonischer Teil meines Lebens. Die Liebe zwischen zwei Freunden ist etwas Großartiges. Und auch etwas Einzigartiges.

Was ich also früher immer falsch gemacht habe? Ich glaubte, Unzählige Beste und gute Freunde zu haben. Mit der Zeit, und meinen Wochen oder Monaten der langsamen Veränderung hat sich auch mein Freundeskreis dezimiert. Wenn das nächste Mal eine Frau zu mir sagt: „Aber hey, wir könnten doch Freunde bleiben.“, dann sag ich ihr: „Bleiben? Wir müssen erstmal sehen dass wir überhaupt Freunde werden. Und dafür brauche ich Abstand. Meine Gefühle gehen noch in die falsche Richtung. Nimm es mir nicht übel, wenn ich jetzt einfach gehe. Ich melde mich, wenn ich bereit bin. Okay?“. Und dann werde ich mich umdrehen und vielleicht singe ich auch „Und … Scheiß auf Freunde bleiben.“

So sind wir

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The Importance. Of. Being. Freunde.

Wohnen

Man mag es sehen, wie man will. Ich stehe zu meinem Unnützen. Wissen. 1.15. Aber auch wenn ich diese Sätze eigentlich hasse. „Lass uns Freunde bleiben“ habe auch ich schon ein paar mal gesagt. Oder gefühlt. Warum. Warum überhaupt. Und einmal ein Blick hinter die Kulissen der typischen Erkenntnis-Floskeln.

Ich war oft verliebt. Zu oft, wie ich meine. Bei manchen gab es vorhin schon eine gute Freundschaft. Bei manchen auch eine großartige. Aber irgendwann fragte ich mich eben, warum da nicht mehr ist. Wo wir doch so großartig zusammenpassen würden. Und so durchlebte ich dann die Treffen mit all diesen Gefühlen. Und irgendwann sprach ich es an. (Das übrigens nur ganz selten) Schrieb eindeutige SMS. Oder ich versuchte es übers ICQ. Und hier schrieb ich meine Gefühle. Ging zehn, fünfzehn Minuten weg, nur um nicht sofort zu sehen, wie sie reagierte. Jedes Mal, als ich meine Gefühle so richtig darstellte, jedes Mal als die Gefühle nur einseitig waren, wurde mir gesagt: „Hey, es ist zwar total lieb. Aber ich bin noch nicht bereit für eine Beziehung // Du bist nur ein guter Freund, mehr nicht, es tut mir Leid // Ähm … okay.“ Aber dann hörte ich immer diesen einen Satz: Lass uns Freunde bleiben.

Jemandem Freundschaft zu geben, der Liebe will, ist wie, jemandem Brot anzubieten, der gerade am Verdursten ist!

Es ging eigentlich so gesehen nie gut. Soweit ich mich zurückerinnere … Dani und ich waren Freunde. Gute Freunde. Danach hieß es, lass uns Freunde bleiben. Doch wir veränderten uns. Unsere Wege trennten sich sozusagen. Steffi und ich waren gute Bekannte, ja, schon fast Freunde. Ich wollte die Freundschaft. Und habe sie nachher wohl nur mehr 3 oder vier Mal gesehen. So auch bei Lisa. Und so weiter.

Aber manchmal funktioniert es doch. Elli und ich waren beste Freunde. Und danach wollten wir Freunde bleiben. Oder haben wegen der Freundschaft auf vieles verzichtet. Wir sind immer noch beste Freunde. Magdalena habe ich vorher einen Monat gekannt. Und danach lernten wir uns erst richtig kennen. Mit Maria war ich in meiner ersten Beziehung. Danach crashten die Gefühle noch mal so richtig. Und irgendwann kam die Freundschaft wieder in Gang.

Diese Freundschaften, die so etwas durchhalten, oder durch so etwas entstehen, sind wohl die besten. Aber ich muss erst mit mir selber abklären, ob ich eine Freundschaft möchte. Und ich hasse es, wenn gleich im Gespräch dieser eine Satz auf den Teil mit der Trennung folgt.

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Der Psycho. Von Nebenan.

Psychologie

Ich erinnere mich noch an die Zeit vor meiner ersten Beziehung. Ich war jung, voller Träume und Vorstellungen, wie es sein könnte, wenn. Naja. Für meine Freunde und auch für nur gute Bekannte war ich Ansprechpartner. Ich wusste wirklich (und ich meine wirklich wirklich) über alle Beziehungen meiner Umgebung Bescheid. Wusste die Probleme, die schönen Erlebnisse, wusste von Streitigkeiten und von Gedanken. War Geheimnisverwahrer der allerhöchsten Stufe. Und Berater. Ich beriet Menschen, wie sie in ihrer Beziehung agieren sollten. Ohne selbst jemals in dieser Situation gewesen zu sein.

Ich erinnere mich noch an die Zeit während meiner ersten Beziehung. Ich holte mir Rat bei Freunden, die selbst gerade in einer Beziehung steckten. Konnte aber nie wirklich mit ihnen reden. Dachte viel zu viel nach, und wusste dann auch, warum die alle früher zu mir gekommen waren.

Ich erinnere mich an die Zeit nach meiner ersten Beziehung. Ich weiß, was es heißt, in einer Beziehung zu sein. Ich weiß, welche Probleme es gibt. Ich bin an dieser Beziehung gereift und kann besser Tipps für eine Beziehung sowie für eine Trennung geben.

Ich werde immer noch engagiert, als Psychologe. Via Mail, ICQ, Comments oder auch persönlich legen sich die Leute vor mir auf die Couch. Ich mache mir geistige Notizen und überlege, was ich tun würde. Was ich schön erlebt habe. Wie es bei mir war. Mir gefällt diese berufliche Möglichkeit.

Aber vor einem habe ich Angst. Dass ich wieder einmal auf die Couch liege und nicht weiß, was ich tun soll. Wenn ich Rat brauche. Denn ich kann nicht darüber sprechen. Ich kann nur schreiben. Nicht an jemand anderen gerichtet, sondern nur in meinem Blog. Aber ich weiß, irgendwann kommt wieder der Tag, an dem ich eine Couch so nötig habe.

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A Friend. Of Mine.

Sie werden mir für ewig in meiner Erinnerung bleiben. Die Tage, als alles noch sorglos war, und wir doch voller Probleme steckten.

Als wir die Liebe erzwingen wollten, und das Leben um uns erst so richtig begann. Als wir nächtelang die Sterne beobachteten, über unsere Zukunft philosophierten, mit Decken zugedeckt, von Vertrauen und Freundschaft gewärmt. Es waren Sommer, wie es sie nur wenige gab. Knapp vier Jahre ist es her, als wir uns jeden Tag trafen, auf diesem Spielplatz. Über uns redeten, und das Leben passieren ließen. Uns Sorgen machten, um Dinge, die jetzt schon längst vergangen sind. Das sind sie, die Erinnerungen, die nie mehr gehen wollen. Und Erinnerungen, die ich nicht gehen lassen will. Sie sollen bei mir, in mir bleiben.

Auch einen Sommer danach trafen wir uns noch manches Mal in dieser Schaukel, auf diesen Spielplatz. Erkannten unsere heranwachsende Reife. Erkannten unsere trotzige Phase. Und lebten mit vollkommenem Unwissen um unsere Zukunft freudig weiter. Wir waren, zumindest für diese paar Stunden in dieser Schaukel eine Einheit, wie es die Welt nur selten gesehen hat. Wir waren nichts mehr als zwei Mädchen und ein Junge. Auf der Suche nach der Liebe. Und auf der Suche nach dem Leben. Mit all seinen Problemen und Ängsten.

Für mich schien jedoch dieser Sommer zu einem Trip der erzwungenen, gewollten Einsamkeit zu verkommen. Ich dachte nicht daran, so bald wieder in diese Schaukel, auf diesen Spielplatz zurückzukehren. Aber jetzt, um kurz vor drei Uhr bin ich nach Hause zurückgekehrt. Von eben diesem Spielplatz. Es war wieder einer dieser Momente, die ich unter keinen Umständen missen möchte. Eine Erfahrung, die mein Leben noch längere Zeit bestimmen wird, da bin ich mir sicher. Wir haben geredet. Ich mit dir über meine Freunde, meine Gedanken der letzten Wochen. Wir gemeinsam sprachen über die Liebe. Über das Leben nach unserer großen Prüfung. Nach dem Ende unserer Schulära. Seit sechs Jahren kennen wir uns schon. Und gerade die Freundschaft zu dir, darf an diesem größeren Abstand, an der Veränderung nicht in die Brüche gehen.

Wir müssen uns noch öfter treffen. In dieser Schaukel. Auf diesem Spielplatz. Und selbst wenn wir sehen, dass wir mehr und mehr dieser riesigen Schaukel entwachsen, fühlen wir uns doch unter diesem erdrückend großen Sternenhimmel wie die Kinder, die wir vor vier Jahren waren. Ich danke dir für diese Erfahrungen, für die Gespräche, für dein Vertrauen. Für die Decke und für das Erlebnis an sich. Aber lass uns eines versprechen. Wir verlieren uns bitteschön nicht so schnell aus den Augen.

Dusk And Summer

„Und wie ist er jetzt?“ – Wer? – „Na, der Sommer …“

Ich blicke dich an. Voll fragendem und nachdenklichem Blicke. Der Sommer. Irgendwann einmal hatte ich schon mal davon gehört. Hm. Vielleicht fällt es mir ja wieder ein. Aber warum fragst du mich das? Was soll mir an diesem Sommer so gefallen. Und ich denke nach und denke nach. Und es fällt mir nicht ein. Doch plötzlich. Ja. Der Sommer. Jetzt weiß ich es wieder. Der Sommer war es immer, von dem ich träumte. Wenn ich gelangweilt in einer Mathematikstunde aus dem Fenster blickte, als draußen noch der Schnee lag. Das wird der Sommer meines Lebens sagte ich mir immer. Der Sommer meines Lebens. Meines Lebens. Verdammt, wie konnte ich das nur vergessen.

„Er ist jetzt eigentlich schon da, der Sommer. Es ist Juni. Es ist heiß. Und der See wartet auf dich.“ Hm. Der See. Der See. Mein See. Er ist nicht mehr mein See. Viel zu viel hat sich verändert. Viel zu sehr habe ich mich von ein paar Freunden wegbewegt, als dass ich mich zu ihnen an den See legen würde wollen. Der See. Mein Zuhause, an den letzten 3 Sommern. Schaukelsessions. Pizza-Verschlingungen. Und Grillen. Es war mein Zuhause. Wir waren immer dort. Wachte ich frühmorgens auf, war meine Tasche schon gepackt für den See. Die Badehose konnte gar nicht mehr trocknen, so viel war ich unterwegs. Jetzt mache ich nichts mehr.

Nein. Es ist nicht nur die Matura. Die letzte große Prüfung vor … ja, vor dem „wahren Leben“. Es ist so viel mehr. Es sind Probleme in der Familie, und eben auch die Probleme mit Freunden. Auch Probleme in der Liebe, liegengebliebene Gefühle, die ich immer wieder aufgreife. Gedanken. Und die Suche nach jemand neuem. Ich bin nicht mehr der Typ, der sich jeden Tag mit seinen Freunden am See traf. Damals, in den Sommer meines Lebens. Meines Lebens.

Vielleicht kann ich mich mit dem Leben damals nicht mehr identifizieren. Vielleicht bin ich nicht mehr der Typ, der nur sein Leben genoss. Vielleicht habe ich jetzt auch Ziele. Oder einfach eine andere Vorstellung vom Leben. Vielleicht bin ich auch nur auf dem besten Weg, ein Einsiedler zu werden. Einsam, verlassen. Mir macht die Vorstellung nicht angst. Nein. Diese nicht.

Der Sommer ist da. Aber er muss sein Spiel ohne mir spielen. Ich spiele nicht mit. Zuviel Dreck, zuviel Müll muss ich erst einmal entsorgen, um wirklich wieder genießen zu können. Um ruhig einschlafen zu können. Dieser Sommer wird vielleicht der Sommer meines Lebens. So wie die letzten drei. Oder sogar die letzten fünf. Aber er wird anders werden, als all die anderen zuvor. Vielleicht werde ich mich auch mal wieder selbst überraschen.

Past To Present

Lass uns versuchen, die Helden von morgen zu sein. Wenn wir jetzt schon nicht die Helden sind, die wir immer sein wollten.

Wild umklammert hältst du dich an mir fest. Deine Träume stürzen zusammen. Die Schlösser, die du dir aufgebaut hast, sie sind nur mehr eine Ruine in deiner Fantasie. Wir sind nicht da, wo wir immer sein wollten. Nicht einmal annähernd sind wir da, wo wir hofften zu sein. Du hältst dich fest. Ich spüre deine Angst. Dein Zittern lässt selbst mich erbeben und ich beiße mir mit aller Kraft auf die Lippe um mit alledem fertig zu werden.

Wollten wir nicht immer die Typen sein, zu denen andere aufschauten. Helden einer Generation. Die Helden von heute. Aber nie schafften wir den Sprung vom C-Helden, zum B-Helden. Zum A-Helden. Immer blieben wir Helden dritter oder vierter Klasse. Jeder Versuch von uns misslang. Wir setzten uns unerreichbare Ziele. Kämpften uns durch unsere eigene Vorstellungskraft. Wir hätten es nie geschafft. Und doch wollten wir immer jene Helden nach unseren Maßstäben sein. Held zu sein war für uns immer ein Traum. Unerreichbar und doch erstrebenswert.

Und so stehen wir nun hier, deine Luftschlösser verändern ihre Gestalt. Zu Ruinen werden sie. Deine, unsere Vergangenheit, sie holt uns ein. Wir sind nicht die Helden, die wir immer sein wollten. Sind nicht die Menschen, die wir immer sein wollten. Sind dann doch nur zu einem Teil der riesigen Masse geworden. Haben das getan, was von uns erwartet wurde. Im positiven wie im negativen Sinne. Wir folgen Klischees und Vorurteilen, ließen uns von ihnen beeindrucken und begannen das Spiel von Kollusion. In unserer falschen Rolle gingen wir mehr und mehr auf. Wurden zu Antihelden. Glaubten die Größten zu sein. Und doch erlagen wir nur unserer eigenen Unmöglichkeit eigenständig zu handeln. Wir glaubten, uns könnte nichts zerstören. Uns könnte auch nichts auseinander bringen. Und dann sind es die Gedanken, die einen zurück in die Realität holen.

Sind es Gedanken, die uns auseinander reißen. Ich bin bereit, den Kampf aufzunehmen, um ein Held von morgen zu sein. Ich weiß, du bist es noch nicht. Du bist noch lange nicht bereit, mir zu folgen. Ich werde nicht auf dich warten. Nenne mich egoistisch. Nenne mich ein Arschloch in Bezug auf Freundschaft. Aber es ist einmal an der Zeit, an mich zu denken. Du ziehst mich nach unten. Ich verliere dne Halt, wenn du dich an mir festhältst. Und ich sehe mich eindeutig als Held von morgen. Der Zug mit dem Helden von heute ist schon längst abgefahren. Du wirst es nicht kapieren. Wirst es nicht schaffen, es rechtzeitig zu akzeptieren. Wir werden uns auseinander leben. Es wird gut so sein.

Irgendwann einmal wirst du mir vielleicht folgen. Und wir werden endlich die Helden von morgen sein. Wenn wir schon jetzt nicht die Helden sind, die wir immer sein wollten.

Ein Elefant Für Dich

Du verlierst alles, was du dir so lange erarbeitet hast. Vielleicht hast du zuviel Energie hinein gesteckt. Hast immer versucht, nichts scheinbar Falsches zu machen, um es nicht zu verlieren. Aber es ist doch nicht gut, wenn nur du arbeitest. Wenn nur du Energie in etwas hineinsteckst,  gibst du dich irgendwann für eine Sache auf, die dich fertigmacht. Die dir die Gedanken zur Selbstbestimmung nehmen. Du bist ein Teil der anderen. Um nicht aufzufallen, versuchst du so zu sein, wie sie es sind. Obwohl du es nicht willst. Es ist gut, dass du sie nun aufgibst. Selbst wenn sie es nicht verstehen. Du wirst in ein paar Tagen, ein paar Wochen dastehen ohne ihnen. Ganz alleine wirst du sein. Nichts wird mehr so sein, wie es vielleicht die letzten Jahre war. Es wird sich so viel ändern. Und wenn du alles verloren hast, dann komme zu mir. Denn ich habe etwas: einen Elefanten für dich.