Eine laue Sommernacht.

Die Wolken, sie stehen am Himmel. Bewegen sich keinen Zentimeter. Die Blätter der Bäume ruhen. Windstill ist es und die Sonne verliert ihre letzte Energie bevor sie hinter den Bergen verschwindet. Weit weg sind wir, unsere Räder haben wir an einen Baum gelehnt. Wir liegen in der Wiese. Es ist noch überraschend warm. Irgendwo hat ein Bauer sein Feld frisch gemäht, und dieser typische Geruch frisch gemähten Grases steigt uns mehr und mehr in die Luft. Wir warten auf die vollkommene Dunkelheit, auf die Sterne und auf den Mond.

Viele Kilometer haben wir nun schon hinter uns, und nur mehr schwer werden wir den Weg nach Hause finden. Wir haben uns entfernt, ohne ein Wort zu sagen, ohne aufzufallen. Jetzt liegen wir hier und denken nach. Blicken in den Himmel und warten. Unzählige Erinnerungen schwappen aus unseren Mündern, über unsere gemeinsame Zeit, über das Leben und die Liebe. Ach, die Liebe. Sie ist doch nun schon seit vielen Jahren ein Thema von uns. Wann werden wir wohl je damit aufhören.

Die Stille. Nur das Zirpen der Grillenvölker und manchmal das Krähen der Raben, die sich das Essen vom Boden herauspicken. Eigentlich ist es ruhig. Ruhig und nur die Worte durchbrechen manchmal die Stille. Irgendwann beginnen wir auch zu singen, wir singen unser Lied. Und das Lied von wahrscheinlich hunderttausenden Anderen. You gonna be the one that saves me.

Nach dem Ende des Liedes sehen wir uns an, lächeln. Das ist es. Das sind wir. Ach verdammt, wie sehr mir das doch gefehlt hat. Wie sehr ich doch unsere gemeinsame Zeit vemrisst habe. Und wieder einmal schwören wir uns, uns nie aus den Augen zu verlieren, und doch haben wir es schon mehr und mehr getan. Nur an wenigen Tagen haben wir Zeit und treffen uns und leben das Leben von vor zwei oder drei Jahren. Wir haben usn verändert und diese laue Sommernacht zeigt es wieder einmal. Der Mond taucht unsere Gesichter in Schatten und wir blicken uns an. And so it goes. Wie man so schön sagt.

Ich kann auf vieles in meinem Leben verzichten. Aber wir gehören einfach zusammen, wir sind Teil unserer Geschichte. Freunde sind einzigartig, jeder Einzelne. Und auch wenn uns, im Gegensatz zu unserer Schulzeit nur wenige Tage in der Woche oder im Monat bleiben, so kann man doch froh sein, dass wir wenigstens diese wenigen Tage haben. Und irgendwann, es muss schon nach Mitternacht sein, greifen wir unsere Fahrräder. Und fahren los. Nächstes Ziel? Wohin der Weg uns führt, okay?