Ich Hasse Dich

Diesen Text habe ich gerade auf meinem PC gefunden. Ich habe ihn im September 2005 geschrieben, während dem großen Streit zwischen Elli und mir. Interessant … ja, jetzt ist er eigentlich nur noch …. Interessant.

Ja,es geht mir beschissen

Ja,es ist wegen dir

Doch davon willst du nichts wissen

Sonst wärst du sicherlich hier

Bei mir

Ich finde es ungerecht, dass du es so hinstellst,als wäre ich daran schuld, dass es dir beschissen geht. Ich denke, du hast viel selbst dazu beigetragen, dass es dir jetzt so geht, wies dir geht. Was ist überhaupt passiert, dass es jetzt so ist, wie es ist. Ja, es ist beschissen. Ja, es scheint leicht besser zu werden. Und ja, ich glaube, dass es bald wieder schlechter wird. Warum ich das glaube? Weil du wieder wegen einer kleinen Kleinigkeit, wegen etwas, was du falsch verstanden hast, auszucken wirst, nicht mehr mit mir sprechen wirst, dich von mir abwenden wirst.

Es ist falsch, nur dem anderen die Schuld zu geben, und einen Song, der den Refrain „Ich hasse dich“ beinhaltet, einem besten Freund (ich hoffe doch, dass wir immer noch allerbeschte Freunde san) zu widmen, oder sagen mir auf ihn abzuzielen ist irgendwie schon gemein. Mir gehts auch ned unbedingt super. Okay, mir gehts auch beschissen. Aber ich finde es einfach ungerecht, dass ich an unsere Misére schuld bin. Du willst doch immer alles von mir wissen, du gibts niemals ruhe, wenn ich etwas vor dir verheimliche. Und, das, was ich vor dir verheimliche, ist eigentlich keine große Sache … ich bin mir nur bewusst, dass du da vollkommen anderer Meinung bist. Und deswegen kann ich einfach nicht mit dir drüber reden. Und weißt du, warum ich letzten freitag nicht gekommen bin? nein, nicht weil es mich nicht gefreut hat … sondern aus trotz. Über zweite zu erfahren, dass etwas bei dir ist … und dann mich so fragen, als ob das e selbstverständlich wäre, dass ich es wissen müsse … nein, das brauchte ich sicher nicht.

Ich weiß nicht genau, was das Problem zwischen uns zurzeit ist. Vielleicht unsere Vergangenheit, vielleicht auch der Ausspruch über „ich habe dich während der zwei wochen vermisst“ … „ähm … hust …“ . Wenn es letzeres ist, dann hast du mich einfach falsch verstanden. Ich bin einfach nur der Meinung, dass uns dieser Abstand gut getan hat … du siehst es ja, wie es ist, wenn wir aufeinander treffen. okay, früher war das anders. früher war alles besser. früher waren wir freunde, freunde fürs leben, freunde, die keiner trennen konnte, freunde, über die man sprach, freunde, von denen jeder wusste, dass sie freunde sind. Einfach Freunde, wie man sie sich eigentlich nicht besser vorstellen konnte. doch dann ist es halt passiert … 8 … 9 mal … es war dann mehr als freundschaft. es war liebe, liebe, die aber über die freundschaft hinausging, und dir aber zu wenig für eine beziehung war. das wollte ich nicht. wie ich dir schon einmal sagte, ich wäre für eine beziehung aufgeschlossen gewesen …. ich schon. Aber wenn es so geblieben wäre, wie es war, dass hätte ich nicht länger ausgehalten.

was ich jetzt will, ist freundschaft. Freundschaft wie wir sie schon einmal hatten. Freundschaft, die auch bei kleinen auseinandersetzungen höchstens zu einem lachanfall führt (ja, so war es einmal bei uns). Ein freundschaft, die keiner trennen kann … außer wir selbst. und ich muss dir sagen, du bist mir wichtig. du bist sicherlich eine der wichtigsten personen in meinem leben. aber ich muss auch vor dir geheimnisse haben können. ich muss auch neben dir einen kumpel haben können, mit dem ich vielleicht darüber schon rede, was ich dir verheimliche. du musst einfach verstehen, so, dass es nur dich, und sonst keinen gibt, so ist es sicherlich nicht. ich bin ein mensch, der freunde braucht. Ich habe dich, als meine wichtigste freundin vielleicht sogar schon verloren. aber ich brauche dich, ich brauche dich, genauso wie ich meine dani, meine andi oder meinen datsch, meinen lucky brauche. jemanden, der zu mir hält, der mich stützt, der mit mir lacht … oder der einfach mit mir spricht.

du weißt, dass es für mich das schwerste ist, wenn jemand nicht mit mir spricht. und ich finde es deswegen auch eine so unglaubliche gemeinheit, als du einige stunden kein wort mit mir gewechselt hast.

Aber ist es eigentlich nicht traurig, wie sich alles entwickelt hat. Von einer normalen Freundschaft (schuljahr 2003/04) zu einer unglaublichen Freundschaft (04/05) hin zu einem kompletten chaos. streiten wir uns denn nicht über die kleinsten dinge. über dinge, die uns in einer unglaublichen Freundschaft gar nicht besorgt hätten, oder über die wir normal hätten reden können. ja, zeiten ändern sich, aber ich denke nicht, dass menschen sich so ändern können. ich glaube, ich habe mich nicht verändert … außer, dass ich jetzt neben dir einen vergleichbaren Freund, die dani habe. Mit der ich auch über alles rede, mit der ich auch gerne Zeit verbringe, mit der ich auch fast täglich telefoniere, ICQe … das hat sich meinerseits geändert, aber wenn dich das stört, denke ich, dass du wirklich ein Problem hast. Denn dann würde ich mich sicherlich sehr eingeengt fühlen, wenn du von mir verlangen würdest, dass ich auf meinen kumpel verzichten solle.

wir sind auch alle nur menschen. menschen. keine instinktfolgenden tiere, gehirngesteuerte menschen sind wir. und gerade deswegen fällt es uns vielleicht so schwer, einen streit wieder abklingen zu lassen. weil wir mit aller gewalt versuchen, unseren willen durchzusetzen. ich denke, wir beide sind riesige sturköpfe. wir wollen unser ding durchsetzen … aber was wollen wir eigentlich.

Ist es nicht so, dass wir beide eine Freundschaft wie früher wollen? Eine so geniale Freundschaft wie früher? Wo wir über alles sprechen, über naja, fast alles … wo wir auch geheimnisse voreinander haben konnten, wo wir auch einmal mit jemand anderen zeit verbringen konnten, wo wir auch einmal etwas falsches sagen konnten, oder falsch verstehen konnten. wo nicht jeder kleinste kritikpunkt am anderen zu einem zoff führt, wo dann eine woche nicht miteinander gesprochen wird.

Denn da alle liebenden innerlich noch Kind,

Und da die die reinen Herzens handeln unsere grössten helden sind,

Rett‘ ich die Welt mit deiner Liebe in mir,

Denn ich bin für dich da, nein ich bin wegen dir hier,

Da dir die Fähigkeit zu lieben geblieben ist,

und die Kraft zu Vergeben ein Bestandteil deines Lebens ist,

wurde ich erweckt und was tief in mir schlief,

Führt nun Feder und schreibt dir diesen Liebesbrief.

Die Kraft zu vergeben … haben wir die? dass wir die fähigkeit zu lieben verleiht bekommen haben, wissen wir. vielleicht auch die fähigkeit zu hassen, aber können wir auch vergeben? und haben wir jemals versucht, mit reinem herzen zu handeln? Und es stimmt, ich bin für dich da, ich bin wegen dir hier. Ich schreibe diesen langen eintrag, weil es mir einfach so wichtig ist. Ich will dich nicht verlieren, ich will wieder ein normales verhältnis mit dir haben. Ich will wieder geheimnisse haben können, ich will wieder dein bester freund sein, ich will wieder der mann ein deiner seite werden. einer, der mit dir am 4. mai nacktbadet, oder einer, der im SB unter der Dusche (SB) macht … oder einer der in deinem bett liegt, Coldplay horcht, und lächelnd daran zurückdenkt, was bei dem song schon alles passiert ist. wir haben viel erlebt, vielleicht bzw. wahrscheinlich zu viel. aber wie gesagt, können wir auch vergeben? haben wir die kraft dazu

Oder willst du einfach nicht. Reicht es dir? willst du jemand anderen als besten freund. dann bitte ändere den Song in deinem „Über mich“ text. Und eines möchte ich dir noch sagen, das „Das beste“ von silbermond, als ich das zum ersten mal hörte … ich dachte nicht an dich. und jene, an die ich gedacht habe, darum geht es auch in meinem geheimnis. als denk einmal nach, wann ich mit diesem song angefangen habe …

ich kann mir schon vorstellen, dass du wissen willst, warum es mir zeitweise schlecht geht (leider vor allem am wochenende) … aber das ist etwas, mit dem ich mit mir bedenken will, bzw. wo ich mit da dani spreche.

ich hoffe du liest diesen text, ich hoffe du verstehst diesen text, ich hoffe du nimmst diesen text ernst …. und ich hoffe weiters, dass unsere freundschaft wieder zu dem wird, was sie schon einmal war.

We Used To Be Friends

 

Wir waren unzertrennlich, doch du zogst weg. War trafen uns endlich wieder, doch du kanntest mich nicht. Weißt du überhaupt noch wer ich bin?

TEXT: DOMINIK LEITNER, www.neon.de

Seit Jahren gab es 1998 wieder einmal eine reine Jungenklasse in meinem Gymnasium. Ich mittendrin. Und du. Wenn ich dich nach den ersten Wochen unschuldigen Kennenlernens ansah, ich mit dir sprach, dann fühlte ich mich wohl. Du warst mein Freund, mein bester. Wir haben uns zwar nie außerhalb der Schule getroffen. Aber wir haben uns gegenseitig den Schulalltag versüßt. Beide frech, beide unaufmerksam, beide humorvoll. Wir waren sozusagen seelenverwandt … ich weiß, dieser Ausdruck wird viel zu oft benutzt, aber ich glaube dieses Mal trifft er zu … wir waren unzertrennlich. Uns verband eine Art freundschaftlicher Liebe zueinander. Gemeinsam waren wir stark. War einer von uns krank, fehlte dem anderen etwas.

Doch dann zogst du weg, weit weg, viele Kilometer von mir entfernt, deine Mutter holte dich zurück zu sich. Du gabst vielen Leuten deine Telefonnummer, damit wir dich anrufen konnten. Über die Ferien hatte ich sie verloren. Ich habe dich nie angerufen. Nie. Ich bemühte mich selbst zwei Jahre später noch, um an deine Nummer zu bekommen. Aber ich habe dich nie angerufen.

Oft dachte ich an dich, und selbst jetzt, acht Jahre später denke ich immer noch oft an dich, wenn ich über Freundschaft und Freunde nachdenke. Du warst mir so wichtig, in diesem einen Jahr. Wie konnte ich nur alles so leicht aufgeben? Diese Freundschaft hätte sicher viele Jahre, trotz der Entfernung gehalten, wenn ich mir mehr Mühe gegeben hätte. Oder auch wenn du …

Vier Jahre später traf ich dich wieder. Ich erkannte dich sofort, als du vom Steg in den See sprangst. Du hattest noch immer das gleiche oder zumindest die Züge des 10-jährigen Freundes, den ich verloren hatte. Ich wusste deinen Namen, traute mich aber nicht, dich anzureden. Vielleicht würdest du es mir vorwerfen, dass ich mich nicht gemeldet habe. Vielleicht würdest du mir vorwerfen, dass ich daran schuld bin, dass unsere Freundschaft zerbrach.

Unter irgendwelchen Umständen sprachst mich glaube ich dann du an. Meinen Namen wusstest du nicht mehr. Wusstest auch nicht mehr genau, woher du mich kanntest. Wir tauschten wieder Nummern aus. Du wohntest wieder in meiner Umgebung. Und trotzdem meldeten wir uns nie. Trafen uns nie allein.

Die Jahre vergingen wieder, und im Jänner des letzten Jahres begann ich mit meinem Führerschein. Und als ich nach dem dritten Modulvortrag wieder ins Büro, ins Wartezimmer ging, wen sah ich? Dich. Kaum verändert. Gewachsen. Immer noch das gleiche Lächeln. Ich dachte wieder zurück. Ich vermisste die Freundschaft zu dir jeden Tag. Wir redeten, den typischen Smalltalk. Du wusstest immer noch nicht, dass wir einmal beste Freunde waren. Ich war nur einer von denen, mit denen du einmal in die Schule gegangen bist … mehr nicht.

Als ich meiner jetzigen besten Freundin davon erzählte, begann sie mit einer Geschichte, die ich kaum glauben konnte. Sie hatte einmal etwas mit dir. Und sie wisse, dass du viel zu sehr in den Drogensumpf abgedriftet bist. Dass du mehr als nur leichte Drogen konsumierst.

Ich finde es schade, dass wir uns schon so bald kennengelernt haben, denn je älter ich wurde, desto wichtiger wurden mir auch Freunde. Ich hätte dich nicht mehr losgelassen. Ich hätte dich vielleicht davor bewahren können. Wir könnten vielleicht immer noch Freunde sein. Beste Freunde vielleicht. Aber wir sind es nicht.

You Don’t Know Me At All

 

Wir werden wohl nie Freunde sein. Aber leider sind wir dazu verpflichtet, Geschwister zu sein.

TEXT: DOMINIK LEITNER, www.neon.de

Du bist die wohl einzige Person, die ich im Moment wirklich hassen möchte. Obwohl es dann doch wieder nicht geht. Ich bin mit dir verwandt, du bist meine Schwester. Gibt es da nicht auch irgendwie eine Sache mit bedingungsloser Liebe? Zumindest kann ich dich kaum leiden. Aber warum?

Du bist zweieinhalb Jahre älter als ich. Wohnst seit einige Monaten wieder bei uns. Es scheint so, als hättest du schon so viel in deinem Leben erreicht, so viel gesehen, so viel erfahren. Doch eigentlich bist du noch gleich dumm wie früher.

Das einzig gute, was du in deinem Leben zustande gebracht hast, ist dein Sohn, mein Neffe, jetzt acht Monate alt. Mit deinem Freund, meines Neffen Vater ist es kurz vor der Geburt wieder auseinander gegangen. Du hast jetzt einen neuen Freund. Schmiedest mit ihm schon wieder Pläne für die Zukunft.

So viele Jahre sind vorübergegangen. Fast 19 Jahre habe ich dich nun als meine Schwester. Und so viele Streite sind bisher entstanden. So viele sind ausgeartet. Wir haben uns geschlagen, gekratzt, uns gegenseitig bedroht, Dinge gemacht, die man eigentlich in unserem Alter nicht mehr machen sollten. Und es wird nicht besser. Du verstehst keine Kritik, und ich ebenso nicht.

Wir sind jetzt, im Alter von 18 und 21 immer noch die gleichen verbohrten Hohlköpfe, wie wir es schon immer waren. Keiner von uns will nachgeben, jeden frisst der Neid, jeder ist eifersüchtig.

Aber warum musst du mir immer das Gefühl geben, ich sei nichts wert. Ich würde das Abitur (in Österreich die Matura) nicht schaffen. Ich sei sowieso nur ein Vollidiot, der nichts zusammenbringt. Warum stellst du dich immer so hin, als würdest du alles besser wissen. Und warum redest du trotzdem mit mir, selbst wenn ich es tagelang vermieden habe, dich anzusprechen …

Ich versuche dich nicht ernst zu nehmen, doch es gelingt mir kaum. Ich bin enttäuscht. Enttäuscht von dir. Enttäuscht, dass nicht einmal meine Schwester mir etwas zutraut. Dass meine Schwester nicht hinter mir steht. Dass in meiner Familie nur meine Mutter die Ansprechpartnerin für alles ist.

In so vielen Familien sehe ich genau das, was ich auch bei uns gern sehen würde. Dass wir Freunden wären. Leute, die über alles miteinander reden. Leute, die vielleicht auch mal längere Zeit damit verbringen, ohne dass irgendjemand ausrastet und mit Sachen um sich wirft. Vielleicht gibt es ein Problem. Ich bin dein kleiner Bruder, du bist meine Schwester. Wärst du mein Bruder, ich glaube, da würde vieles leichter sein.

Ich möchte dich gerne besser kennen lernen, ich möchte, dass wir zumindest als normale Geschwistern miteinander leben können. Vielleicht schaffen wir das irgendwann. Freunde werden wir wohl sowieso nie …

Goodbye, Brother

 

Gerade jetzt bräuchte ich einen Bruder

TEXT: DOMINIK LEITNER, www.neon.de

Ich wurde im Mai 1988 geboren, 2 1/2 Jahre nach der Geburt meiner Schwester. Ich war also das Nesthäkchen, der Jüngste der Familie. Nun werde ich bald 19. Meine Schwester hat inzwischen selbst ein Kind … doch irgendwie fehlt mir etwas.

Dreiundzwanzig Jahre wärst du heuer geworden. Wärst mein großer Bruder gewesen. Wahrscheinlich die einzige Person, die mich in diesem Haus wirklich verstanden hätte. Du wärst jener, der sich auch für mich eingesetzt hätte. Meine Stütze, mein Freund, mein Mit-Mir-Träumer. Aber das alles bist du nicht. Du bist tot.

Totgeboren am 3. September 1984. Du bist das erste Kind meiner Eltern. Durch ungenaue Arbeit im Krankenhaus wurde nicht bemerkt, dass dein Puls immer weiter nachlässt. Als du endlich das Licht der Welt erblickt hattest, war es schon zu spät. Du hast nichts erlebt.

Ich habe nicht oft mit meiner Mutter über dich geredet. Ihr fällt es sichtlich schwer, sich daran zu erinnern wie es war. Du wirst in unserer Familie totgeschwiegen. Du wirst nicht als Florian bezeichnet, den Namen hättest du eigentlich bekommen, sondern als „das Kind vor Michaela“ oder „das erste Kind“. Das hasse ich. Du bist mein Bruder. Du bist Florian.

Du fehlst mir. Ich habe dich nie gesehen, habe dich nie gekannt, habe nichts von dir bisher gehabt, aber ich weiß immer, dass du da bist. Selbst mein Tagebuch richte ich an dich. „Lieber Florian“ … du sollst an meinem Leben teil haben. Gerade jetzt. Gerade jetzt … wo sich alles so verändert. Wo ich mich so verändere.

Ich hasse dich. Oder falsch … nein … ich hasse es, dass ich dich eigentlich fast gehabt hatte, als großer Bruder, als Freund, als Gesprächspartner. Ich bräuchte dich so sehr. Aber du bist nicht hier. Du gibst mir nicht Antwort, wenn ich mit dir spreche. Du lässt mich mit meiner verrückten Familie, mit meiner bescheuerten Schwester allein. Ich weiß, ich klinge gerade egoistisch … aber das empfinde ich einfach so. Du fehlst mir. Ich bräuchte dich.

Aber eine Frage stelle ich mir schon seit langem: Wärst du nicht totgeboren, wärst du das erste lebendige Kind meiner Eltern … gäbe es dann überhaupt mich?

The Places You’ve Come To Fear The Most.

so liegen wir. meine hand. ja, meine hand sucht den weg zu meinem gesicht. ein grashalm belästigt es. ich versuche ihn zur seite zu schieben. doch er kommt zurück. ich drehe mich um. sehe ihre wange. richte mich etwas auf. küsse sie nur kurz auf die lippen. küsse sie noch einmal. öffne meine augen. und sie öffnet die ihren. diese momente erzeugen bei mir die gänsehautstimmung. ich schließe die augen wieder … und …

… falle zurück in die zeit, als all das noch nicht da war. als ich noch der traurige, depressive single war. stets auf der suche nach der perfekten frau. mit dem gedanken, dass sich sowieso keine frau für mich jemals interessieren würde. scheiße drauf. einer, der bald abreißt, auf einer party, nur weil sich mehr und mehr die pärchen bilden. und ich bleibe übrig. ich schließe auch hier die augen … und …

…. lasse sie erst einmal zu. vor 3 jahren wusste ich noch gar nicht, was richtige freundschaft bedeutet. ich hatte so etwas wie liebe, eine so unglaubliche und furchteinflösende liebe noch nie durchlebt. ich rede von der liebe, die man für einen freund empfindet. mit dem man durchs feuer gehen kann. mit dem man auch einen streit haben. einen solchen freund habe ich erstmals in der person elli gefunden. und nun immer öfter. und die freundschaften werden immer … fester. immer wichtiger. mir werden die freunde immer wichtiger. wichtiger als alles andere. ich höre zu denken auf. öffne die augen …

… und blicke auf die lider ihrer geschlossenen augen. ich küsse sie noch einmal. lege meine hand auf ihren bauch. drehe mich wieder zurück. wir sehen in die sterne. suchen den großen wagen. blicken, arm in arm, dem nächsten tag entgegen. voll vorfreude. voll ehrfurcht. denn, selbst wenn es allen unmöglich erscheint, jeder tag den wir miteinander verbringen wird schöner und schöner. jeder nachfolgende tag ist um ein mächtiges schöner als der vorangegangene. das ist unglaublich. über uns die sterne. unter uns die erde. in uns die liebe.

denn da alle liebenden
innerlich immer noch kind
und die die reinen herzens handeln
unsre größten helden sind
rett‘ ich die welt mit deiner liebe in mir
denn ich bin für dich da,
nein ich bin wegen dir hier.
da dir die fähigkeit zu lieben,
geblieben ist, und die kraft zu vergeben,
ein bestandteil deines lebens ist,
wurde ich erweckt,
und was tief in mir schlief
führt nun feder und
schreibt dir diesen liebesbrief.

sage ich ihr. und sehe ihr noch einmal in die augen. die ein so unglaubliches glitzern beinhalten. diese wunderschönen augen. ich küsse sie noch einmal. blicke wieder hinauf zum himmel. und lächle.

The Closest Thing To Crazy.

 
ich stehe hier. eine leichte brise des meeres steigt in meinen linken nasenflügel. tief atme ich ein, um den geruch weiter hinten in der nase festzusetzen. ich stehe also hier. und als ich meine arme ausstrecken will, scheint es, als ob jemand an meinen füßen ziehen würde. anfangs nur leicht, doch plötzlich verliere ich den halt. und falle tief. mein kopf knallt gegen irgendetwas hartes. mit dem geruch noch im gedanken verliere ich das bewusstsein.

ich liege hier. in meinem bett. denke nach, über alles, was mich zurzeit bewegt. an den traum denke ich gar nicht mehr. ich denke über liebe nach. über freundschaft. über gefühle. über vertrauen, über hoffnung und über vermutungen. es macht keinen sinn, sich auf vermutungen zu stützen. viel schöner ist es, in der hoffnung zu leben. das ist mir bewusst. solange nichts bestätigt ist, vermute ich nicht. lieber gehe ich mit einem meiner schönsten grinser durchs leben. den meine besten freunde schon zur genüge kennen. nicht in dieser ausführung. aber ich grinse in solchen situationen viel zu gerne. das letzte mal vor einem jahr, und vor einem jahr und 4 monaten. seit dem sahen nicht viele einen solchen grinser auf meinem gesicht. warum stand ich wohl am strand. vor dem riesigen panorama des atlantiks. der traum scheint mich wohl mehr zu bewegen, als ich glauben wollte.

antworten finde ich keine. freunde sind zurzeit das einzige wichtige. sie hören mir zu. sie reden nicht alles, was sie darüber wissen aus. nein, und ich verzeihe auch jenen, die es aus unwissenheit doch getan haben. aber am liebsten wäre es mir, wenn meine hoffnung, meine äußerungen im kreise meine engsten freunde bleiben würde. damit nicht jeder irgendwelche anspielungen machen kann. ohne richtig zu wissen, wie wichtig mir das alles ist. und wie schwer es für mich ist. dass wissen die wenigsten. aber …

ach vergessen wir das. ich denke über das andere nach, was mich noch bewegt zurzeit. ähm. mir fällt nichts ein. ich habe wieder einmal etwas gefunden, was mich tag und nacht beschäftigt. meine gedanken werden wieder verrückt spielen, meine traumwelt wird auf den tag verlagert. und meine gesichtsmuskeln werden schmerzen. weil ich andauernd grinsen werde. stand ich überhaupt am strand. oder auf einer klippe vor dem ozean? der traum schon wieder. ich lehne mich weiter zurück. in meinen ohren klingt ein auschnitt einer oper, nämlich „la mamma morta“ von maria callas. warum passiert das immer mir. das meine hoffnung so groß wird, dass mich eine enttäuschung mich wieder jahre zurückwerfen würde. ich brauche die liebe nicht. meinte ich einmal. alles kommt zu seiner zeit. doch ich denke die zeit ist reif. und während ich so denke, und ich einmal tief einatme, frage ich mich: habe ich überhaupt geträumt?

I Wanna Know What Love Is.

liebe … ein wort, welches wohl die grundlage für die größten differenten beschreibungen dient. für die einen ist liebe sex. für einen anderen ist liebe lebensnotwendig. für wieder einen anderen ist liebe freundschaft. was liebe für mich bedeutet? das möchte ich in meinem heutigen, zweiten eintrag beschreiben.

für mich ist liebe sicherlich lebensnotwendig. und liebe kann alles sein … das stimmt wirklich. doch liebe ist etwas so wundervolles, das ist ein gefühl, das ich nicht missen will. von wem ich geliebt werde? von meinen eltern (soweit ich weiß) und von meinen freunden. wenn jemand immer für mich da ist, wenn ich ihn brauche, dann ist das liebe. dann spüre ich auch, dass ich geliebt werde. und diejenigen können sich sicher sein, dass sie diese liebe, diese aufmerksamkeit zurückbekommen.

liebe ist aufmerksamkeit für, respekt vor der anderen person. liebe bedeutet nicht gleich das lieben wie viele von euch vielleicht denken. liebe ist für mich das da-sein für andere. ich bin für jeden menschen dankbar, der für mich da ist, wenn ich ihn brauche. solche menschen nenne ich freunde … und von denen weiß ich, dass wir uns lieben. lieben in der bedeutung wir sind füreinander da.

aber reicht es, lieben einfach nur mit “füreinander dasein” zu beschreiben? wohl kaum. es ist wirklich schwer, liebe zu beschreiben. eine andere art als die freundschaftliche liebe ist die liebe in einer beziehung, die liebe zu einer person mit der man später zusammenleben möchte.

wenn man so verliebt ist, dann spürt man das am ganzen körper, zumindest ich. ich habe die (so oft von oli. p zitierten) flugzeuge im bauch, habe tagträume, einen verliebten, leicht abwesend wirkenden blick und meine gedanken sind dann nur bei dieser einen person. diese art der liebe bzw. des verliebtseins ist wunderbar. doch ich denke, so kann man nur verliebt sein, wenn man wirklich weiß, dass die gefühle, die man für eine person hegt auch reflektiert werden, dass man sie auch zurückbekommt. okay, so wie jetzt beschrieben, so verliebt war ich bis jetzt nur ein einziges mal. aber diese art der liebe ist so wunderbar, da braucht man nicht viel mehr.

klar, wenn man so verliebt ist, ist das natürlich wunderbar. aber mir war es einfach nicht vergönnt so zu sein. und doch, jetzt … in der zeit, in dem ich in meinem leben sinn sehe, meine vergangen jahre als vom schicksal gelenkte sehe … freue ich mich über jede zerbrochene liebe, jedes mal verliebt sein …. den obwohl ich dadurch verletzt wurde, mein leben scheint von mal zu mal einfacher zu werden. und ich denke erst jetzt sehe ich so richtig, was ich an meinen freunden habe. an meiner elli, meiner dani, meiner susi und meiner magdi … sie schenken mir liebe, und schon allein reicht. da braucht man keine große liebe … freunde sind wichtiger. doch wie es so schön heißt: freunde sind leicht zu finden, aber schwer zu behalten. und für diese freunde kämpfe ich um jeden preis, dass ich sie behalte. keine menschen sind mir wichtiger. ich hoffe, ihr lest das, ich brauche euch, und wenn ihr hilfe braucht, ich bin sofort zur stelle.

zum titel: i want to know what love is ist ein song von “foreigner”, ein schöner love-song … überlegt habe ich schon über “let there be love” von oasis, “i love you anyways” von travis oder “i never love you anyways” von the corrs.