Nur Die Worte. Verfehlen Ihr Ziel

 

Ich atme dich mit jedem Zug. Du, die mich mit einer erhobenen Hand und leicht spielenden Fingern begrüßt, wenn du mich in der Ferne entdeckst. Langsam, ganz ratsam geh ich auf dich zu. Tausche mit dir Worte. Wobei der Wert sich nicht zu decken scheint. Ich gewinne an allem. Selbstvertrauen, Mut. Angst. Dein Gesicht, dein Lächeln. Deine Worte.

Tagelang habe ich dich nicht gesehen. Musste fühlen, was mir vor kurzem nicht mehr in den Sinn kam. Schmerzen an Vergangenes. Die schwere Luft von früher. Als Blicke schmerzten und fehlende Worte mich langsam sterben ließen. Du warst anders. Hast mich von Anfang an verzaubert. Mir immer wieder, jeden Tag dein Lächeln geschenkt. Ohne zu wissen wer ich bin. Jeden Tag führte mein Weg mich zu dir. Ich versuchte meine Gedanken, meine Gefühle zu erklären, aber für Worte war es zu spät und für Gefühlschaos zu früh. Aber ich sprach über dich, und wurde mit dem Gefühl des Verliebtseins konfrontiert. Und dabei wusste ich doch nicht als deinen Namen.

Seit letzter Woche geht es mir psychisch und physisch um einiges besser. Ich fühlte mich wohl, konnte mit Gedanken, Gefühlen, Schmerzen, Ängsten – mit meinem Leben – umgehen. Wurde mit einem Gefühlsflashback für meine Exfreundin belohnt. Und konnte trotzdem am nächsten Tag wieder aufstehen. Mit Wut gegen sie. Und der Neutralität gegenüber dir. Du warst mir nicht egal. Ich war trotzdem jeden Tag im Geschäft. Aber du warst zwei Tage nicht da.

Heute haben wir wieder geredet. Du weiß nun meinen Namen. Hast mir gewunken, als ich noch am anderen Ende des Geschäftes war. Ich wollte unglaublich cool sein, und habe doch so viel langweiligen Blödsinn geredet. Habe, wie immer, nicht die richtigen Worte gefunden. Aber dann doch den Mut, dir meinen Namen zu sagen. Und so sind wir heute auseinander gegangen. Vielleicht sehen wir uns diese Woche gar nicht mehr, vielleicht aber fahre ich auch am Samstag auf ein Fest, wo du wahrscheinlich auch sein wirst. Ich weiß es nicht. Ich freue mich nur darauf, dich bald wieder zu sehen.

Und trotzdem. Ich kenne dich nicht. Einen Menschen zu googeln ist das Sinnloseste und das Erste was man tun kann. Ich kenne dich immer noch nicht. Aber ich fühle etwas. Ich empfinde etwas. Du. Melanie heißt du. Habe ich Angst, geht es mir gut? Ja, ich habe Angst. Ja, es geht mir gut. Nur jetzt gerade ist mein Kopf wieder voller Fragen, und im Gegensatz zu vielen anderen Menschen verschwinden die Fragen bei mir, wenn ich dich sehe. Dann bis bald.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert