
Man wundert sich schon, wie viel sich in einem Jahr verändern kann. Es ist kaum zu glauben, wie viel ich gewachsen bin. Nicht von den Zentimetern her, aber von mir selbst. Mein innerstes Ich ist nun meinem äußeren Auftreten einige Jahre voraus. Wie ich darauf komme. Weil ich heute aufgewacht bin, am Wecker dieses Datum gesehen habe, und irgendwie immer nur an diesen einen Tag letztes Jahr denken kann. Weil es damals einfach viel zu schön war. Und ich heute nicht einmal eine Frau in Aussicht habe. In die ich mich verkuckt habe. Nein. Es ist gar nichts. Es gibt nur meine Liebe, die ich gerne herschenken möchte. Und die Gewissheit, dass es lange dauern wird, bis ich wieder einmal so lieben kann. Zu stark bin ich gegen diese eine Mauer gelaufen. Zu sehr habe ich mich verletzt. Zu sehr wurde ich verletzt.
Werde ich jetzt also immer diese Zweifel haben? Werde ich mich also immer fragen, ob sie mich denn überhaupt noch liebt, wenn ich neben ihr einschlafe, und neben ihr aufwache. Würde ich jetzt also jeder Frau in die Augen blicken, und mir denken, dass selbst die Augen nicht die ganze Wahrheit sagen. Wäre ich also durch diese Geschehnisse ab dem 15. August 2006 geschädigt? So großartig, wie diese Tage trotzdem waren, kann ich mir das nicht vorstellen.
Eines fällt mir auf. Um in eine Beziehung oder etwas Beziehungsähnliches zu stürzen, gibt es vorher immer ganz viele Gespräche. Einfach weil man sich schon so lange kennt, weil man fast täglich im ICQ schreibt oder weil eben gerade eine Kapelle da ist. Diese Gespräche sind wunderbar. Dadurch lernt man sich erst so richtig kennen. Sie offenbaren so viel. Aber etwas beunruhigt mich. Wann habe ich das letzte Mal solche Gespräche geführt? Zurzeit spreche ich vor allem mit meinen Ex-Freundinnen und jetzt besten Freundinnen über meine Gedanken, über die Vergangenheit und natürlich über die Zukunft. Es gibt keine Mädchen, in das ich verliebt bin.
Vielleicht denkt ihr euch jetzt, ist ja ganz okay. Aber nein. Das ist untypisch für mich. Seit ich mich für Frauen interessiert gezeigt habe (also nach der Zeit der sexuellen Orientierung) war ich stets verliebt. In eine Frau (damals noch ein Mädchen) 2 1/2 Jahre, und dann immer solange, bis ich enttäuscht aufgeben musste. Immer war ich verliebt. Und selbst wenn ich mir sagte, diesmal nicht. Diesmal verliebe ich mich nicht in die Erstbeste. Ich hatte schon wieder jemanden im Hinterkopf. Der dort saß und sich in meinem Kopf breitmachte. Deswegen beunruhigt mich diese Zeit gerade.
Ich würde meine Freundin auf den Händen tragen. Bis ans Ende der Welt. Und zurück. Ich würde, so gut es geht, jeden Wunsch von den Augen ablesen. Würde alles tun. Würde kilometerweit fahren, nur um sie zu sehen. Selbst wenn es schon dunkel ist, und es nur um 15 Minuten geht. Das könnte ich mir, denke ich, von meinen Exfreundinnen bestätigen.
Ich frage mich wirklich, wann ich mal wieder komplett verliebt hier ankomme, und irgendetwas vermelde. Ich weiß nicht. Es fehlt mir.
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