
I
Gott. Pfft. Wie kann man nur an Gott glauben.
Wem sagst du das.
Ist doch vollkommen dumm. Eine schöne Ausrede. Ein feiger Zufluchtsort.
Mhm.
Als wolle man sich nicht wirklich mit dem Leben auseinander setzen. Als wolle man alles vorbestimmt sehen. Als suche man nach einer Unterstützung bei der Akzeptanz des Nicht-Akzeptierbaren.
Mhm.
Man kann doch nicht ernsthaft an einen Gott glauben, oder?
Nicht wirklich, nein.
II
Ich werde da meistens wütend. Wenn mir jemand von seinem Glauben erzählt und dass es so etwas wie einen gütigen Gott gibt.
Ich verstehe dich.
Wie kann man so etwas nur behaupten? Gäbe es so etwas wie einen gütigen Gott, wäre mein Leben anders verlaufen.
Mhm.
Einem unsichtbaren Nichts die Macht über unser Leben zu geben?
Nein.
Gott ist ein Arschloch. Gäbe es ihn.
Ein Arschloch, ja.
III
Glaubst du?
Ja.
Woran?
An die Liebe.
Du bist kitschig.
Nein, nein, du verstehst mich falsch.
Ach?!
Ja, die Liebe.
IV
Die Liebe also?
Mhm. Die Liebe, die jeder Mensch in sich trägt. An diese Liebe, ja, an die glaube ich.
Hm.
Und daraus resultierend an das Gute im Menschen.
Das Gute.
Mhm. Und daran, dass es keinen falschen Weg gibt. Dass wir uns durch unsere Entscheidungen dorthin tragen lassen, wo wir uns wohlfühlen. Wir können alles erreichen.
Ist das nicht naiv?
Glauben ist immer naiv. Aber ich liebe es, naiv zu sein.
V
Ich glaube, du hast recht.
Worin?
Ach, nur so.
Ist das nicht ein kleines bisschen naiv?
…
…
Es sind zumindest schöne Gedanken.
Und eine schöne Liebe.
Was?
Die unsere, du und ich. Ich glaube daran.
Für immer?
Nein.
Nicht.
Nur solange es sich gut anfühlt. Der Weg wird sich zeigen.
Foto: Jessica Lares, Flickr
