
Wirf du mir doch keine misanthropischen Blicke zu. Lass mich allein. Mit all der Melancholie in meinen Augen.
Der Computer ist eingeschaltet. Ich tippe für die Zeitung. Ich tippe für die Blogs. Und alles was passiert, ist die schnelle Aneinanderreihung verschiedener Buchstaben. Der Kaffee ist schon wieder leer und in die Teeküche zu gehen kommt für mich gerade auch nicht in Frage.
Sieh mich nicht so an. Ich kann doch auch nichts dafür. Ich bin doch auch nur ein Typ, so wie du. Wir sind ziemlich ebenbürtig. Doch dein Blick zeigt puren Hass. Meiner hinterlässt eine Spur der Melancholie. Mit wem spreche ich überhaupt. Ach, ich spiegel mich im Bildschirm. Schön und gut. Dr. Jekyll und Mr. Hyde, wie? Du lachst. Findest das wohl auch nur lustig.
Deine Finger krümmen sich unter der Last deiner imaginären Zigarette. Den Gesicht sieht aufgeschwollen aus, ganz träge, deine Mundwinkel hängen herab. So lach doch ein kleines bisschen. So wie ich. Sieh mal. Ach. Okay. Bei mir funktioniert das auch nicht immer. Vor allem nicht auf Befehl.
Du siehst müde aus. Ach, das Wetter gefällt dir auch nicht und schlägt sich auf dein Gemüt. Kann sein. Vielleicht hat dieses Wetter so eine Wirkung. Aber ich denke mir, was soll ich schon machen. Kann ja sowieso nichts ändern. Du siehst auf die Uhr. Ach, ist es jetzt schon so spät. Ich sollte mich zusammenpacken. Und du, bleibst du hier? Hältst du Wache, bis ich morgen wiederkomme?
Ich sollte aufhören, mit dir zu reden. Du gibst mir ja sowieso keine Antwort. Nichts. Wirklich nichts. Du zwinkerst nicht mal mit den Augen. Also los. Leg dich schlafen und hasse die Welt. Schließe die Augen, und hasse die Menschheit. Hau dir eine Kugel in den Kopf und hasse dich selbst. Ich bin viel zu selbstverliebt, um dass zu tun. Und gerade meine Selbstverliebtheit lässt mich auch Selbstmitleid produzieren. Und davon nähre ich mich.
Du, ich bin dann weg. Ich schalte den Bildschirm jetzt aus. Auf Wiedersehen. Oder besser nicht. Ähm. Tja. Übrigens. Ich mag dich nicht.
