Wie wir sind. [5]

Wienschnee. 03122010

I

Wir dürfen es nicht zu schnell angehen.
Was?
Das da.
Hm?
Das da, zwischen uns beiden.
Ein Schritt nach dem anderen.
Genau. Ein Schritt-.
Nach dem anderen.
Da. So etwas meinte ich. Nicht zu schnell.
Was?!
Die Worte aus dem Mund nehmen und so.
Ach.
Genau.

II

Ich glaube, ich höre auf, nachzudenken.
Warum?
Komm‘ ja doch nur auf dumme Ideen.
Hm?
Ach nichts. Ginge sonst alles viel zu schnell.

Ich mein ja nur. Weißt du-.
Das wir noch so viel vor uns haben?
Nein, nur dass wir nur noch so wenig Zeit haben.
Hm?
Ach nichts.
Na los, sag schon!
Ich mein ja nur.

III

Du machst mir Angst.
Warum?
Wegen dem „wenig Zeit“ und so.
Mach dir keine Gedanken.
Aber…
Bitte.
Na gut.
Und?

Hm?
Nichts.
Ach, mach dir jetzt deswegen keinen Kopf. Es ist schon gut.
Das sagst du so einfach.
Hm.

IV

Wir sollten reden.
Hm?
Über uns.
Ist es jetzt soweit?
Was?
Nichts. Worüber reden wir?
Über uns.
Aja.
Und dass wir es doch schnell angehen sollten.
Findest du?
Mhm. Weil ich Angst habe, dass wir zu viel versäumen.
„Zu wenig Zeit“, oder wie?
Mhm.
Das musst du mir erklären. Bitte.
Setz dich.

V

Und?
Wir dürfen uns keine Zeit lassen.

Wir würden zu viel verschwenden. Zu viel unserer kostbaren Zeit.

Weil ich mich in dich gerade eben verliebt habe. In deine Augen, in deine Geschichten, in dein Gesicht, in dein Lachen.
Oh. …
Und wenn wir nicht beginnen, eine wundervolle Zeit zu beginnen.
Und nicht aufhören uns ein Schloss zu bauen, aus reiner Theorie.
Genau.
Werden wir nie erfahren.
Wie wir sind.

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