Tenderly.

Minuten vergehen. Man möchte nicht glauben, was all diese Worte womöglich zu bedeuten haben. Alles wirkt so unwirklich, so fern. Und doch berührt es einen, wie schon lange nicht mehr. Man möchte weinen, möchte schreien. Ist wütend und traurig und besorgt zugleich. Kann keine Worte finden, die den Gefühlszustand auch nur ansatzweise beschreiben könnten. Möchte schreien und möchte schweigen. Lenkt sich ab mit dem Gefühl, gerade etwas falsch zu machen.

Eine Umarmung später. Alles scheint wieder gut, und doch wird nichts mehr so sein wie es war. Alles hat sich verändert von dem Punkt an, an dem die Entscheidung gesetzt wurde. Man hätte sich so vieles zu sagen gehabt, so many days ago. Jetzt wäre es beinahe zu spät gewesen. Und man ist einfach nur froh, dass das Ende nicht das war, was man in den schlimmsten Momenten zu vermuten wagte. Das Schicksal hat entschieden, und man nimmt sich vor, sich zu verändern. Verbessern. Man hat so viel versäumt, hat Möglichkeiten unberührt gelassen. 

Man sitzt da. Und erfreut sich der Nachricht. Erfreut sich der Sonne. Was mag da nur geschehen sein. Kaum ist es zu verstehen, und doch fühlt man mit, als wäre man. Als wäre man. Dabei gewesen. Als hätte man miterlebt, wie all die Probleme begonnen hatten. Als all das seinen schrecklichen Lauf nahm. Doch man war es nicht. Und vielleicht ist es genau das, was einen weinen lässt. Was einen wütend macht. Und traurig. Die Tatsache, nicht immer dagewesen zu sein. Beinahe unverzeihlich.

Foto: sallyrye

2 Gedanken zu „Tenderly.“

  1. Danke, für das grün gestern hier und danke für das was du jetzt geschrieben hast. Ich glaube, dich und ein paar andere hier hat alles stärker betroffen als mich, aber ich glaube im wesentlichen beschreibst du was in uns allen seit dem Wochendende vorgegangen ist.
    Pass auf dich auf. Sei gut zu dir. Und hab trotz allem einen schönen Tag.

  2. Lieber Dominik,
    es ist immer schwierig, für Deine schönen Texte einen passenden Kommentar zu finden, der über das bloße „gefällt mir gut“ hinausgeht und die Stimmung des Textes aber nicht kaputtredet. Deshalb kommentiere ich hier so selten. Ich möchte Dich aber trotzdem wissen lassen, dass ich regelmäßig hier lese und das vor allem sehr gerne tue!
    Alles Liebe,
    Mareike

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