
I guess, you don’t need it.
Und, hier sitze ich. Niedergeschlagen, still. Abweisend und unruhig. Ich möchte am liebsten schreien, möchte meine Gefühle herauslassen, aber da müsste ich wohl auch heulen. Weil mich alles so weit zurückwirft und mich nicht durchatmen lässt. Was erwarte ich. Erwarte den Himmel auf Erden, jetzt plötzlich. Diese eine große siebte Wolke, ist sie auch dieses Mal nichts für mich. Sie gehört irgendjemand anderen. Nicht uns. Nicht dir in Kombination mit mir.
Gib mir nur noch einen Abend. Eine Stunde nur mit dir. Gib mir die Chance, dir zu zeigen, was du mir bedeutest. Diesen einen Moment. Ich hatte Angst. Die ganze Zeit. Angst und so was von verdammten Schiss. Vor allem und deiner Reaktion. Nur diese eine Sekunde. Gib sie mir, bitte.
Ich weiß nicht, was ich tun soll. Stecke voller Gedanken und Schmetterlinge. Höre melancholisch anmutende Musik von Ray LaMontagne. Und ziehe Bilanz. Es hat nicht sollen sein, wiederhole ich. Und bekomme stets dieses „Warum nicht“ zurückgeworfen. Woran ist es gelegen, und ist es überhaupt schon vorbei. Vielleicht sollte ich frühzeitig aufgeben, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Aber ich will nicht aufgeben. Will nicht den Schluss schon jetzt sehen. Liege hier und frage mich, was ich mir überhaupt einbilde. Male Bilder von dem schönsten Gefühl, welches ich kenne. Lasse mich tragen, durch die Welt. Träume am Tage.
Ich würde dein Unterschlupf sein, deine Zuflucht. Würde dich auffangen, wenn du irgendwann einmal stolperst und hinzufallen drohst. Würde dich beruhigen, wenn die Welt so beschissen normal agiert. Würde dich halten, nur um zu zeigen, dass du nicht allein bist. Ich würde dir die Welt und den Himmel und die Sterne versprechen, und mich jeden Tag darum bemühen, so viel wie möglich dir zu geben. Ich würde dir die Freiheit geben, die du brauchst, und würde jeden einzelnen Moment mit dir genießen. Würde dich lieben. I would be your shelter. Dein Unterschlupf. Deine Zuflucht.
Doch du brauchst das wahrscheinlich nicht. Wonach suchst du? Triffst die falschen Menschen und findest nie, wonach du suchst. Mach die Augen auf. Und strecke die Hand aus. Ich bin hier. Ich bin in deiner Nähe und wäre auf der Stelle an jedem beliebigen Ort, wo ich sein soll. Verstehst du nicht? Siehst du es nicht. Öffne deine Augen und lasse es heran. Fühlst du nichts? Es ist doch auch nur mehr als menschlich, doch sag es mir. Ich schwimme in Zweifeln und jage nach Fragen. Und bekomme nichts zurück. Nur Gedankenballastbomben und einen lange verloren geglaubten Gefühlschaos.
Kein „Das wird schon.“ kann mir jetzt helfen. Nur dieser eine Moment. Habe ich alles versäumt und meine Chance vertan. Oder bin ich einfach nur blind. Blind vor Verliebtheit. Oder genieße ich den Blick durch die rosarote Brille. Ich will sie nicht abnehmen. Will einfach nur Gewissheit. Das Wissen, was ist. Verstehen, woran ich bin. Und selbst wenn nicht, wüsste ich dann wenigstens eines. Du brauchst mich nicht als Zuflucht. Brauchst keinen Unterschlupf. Suchst weiter und wirst nicht finden.
Und jetzt geh bitte wieder aus meinem Kopf raus. Nimm die Gedanken mit, und verabrede mit dem Gehirn die Abschaltung der Gefühle. Und auf dem Weg nach draußen, töte bitte noch die Schmetterlinge in meinem Bauch. Mach, das alles weggeht. Wenn es eben doch nur so ist, dass alles nur von mir kommt, dann hau ab. Bitte. Tu es mir zuliebe.
Und selbst wenn ich jetzt viel zu viel hineininterpretiere, tut es weh. Es tut weh, wie es ist und es fühlt sich so falsch an. Es sollte anders sein. Mein Traumschloss hat mir etwas anderes gezeigt, mein Wunschkonzert hätte ein viel schöneres Abschlusslied. Ich weiß es nicht. Ich bin nur niedergeschlagen und ausgelaugt und traurig und verstört. Augen schließen. Und warten. Und irgendwann einmal verstehen.
