Nicht Wieder.

World Spins Madly On.

Selbstgemachte Plätzchen liegen auf dem Tisch. Der Kaffee, schon längst abgekühlt, entfaltet länger und länger noch seinen Bohnengeschmack aus. Ich habe keine Lust auf Plätzchen. Habe keine Lust darauf, den Smalltalk fortzuführen. Was bringt es mir schon. Lässt mich doch nichts über dich erfahren und zurück bleibe ich mit so vielen Fragen, die in das Nullachtfünfzehnschema eines Smalltalks nicht reinpassen. Worte sind zu wichtig, um sie mit unsinnigen Fragen zu verschwenden. Ich hasse kalten Kaffee. Und trinke ihn trotzdem.

Und wie kann ich ruhig sein. Wenn ich doch weiß, das heute mal wieder einer dieser Tage ist. Wenn meine Mutter sich in unserem Haus ein kleines ruhiges Zimmer sucht und weint. Weil er ihr fehlt. Wie er uns allen doch fehlt. Jeden Abend sollte er hereinspazieren, wie er es noch vor drei Monaten getan hat. Doch das ist nicht. Das war. War schön. Viel zu schön, um so ein abruptes Ende mit einem Schlag zu akzeptieren. Doch wir sind nicht alleine, wir haben uns. Und ich?

Trinke Kaffee mit einer nicht gerade interessanten Person. „Es wird bald Frühling“, sage ich. Ich hasse den Winter. Wo doch der Schnee so manche Probleme mit sich bringt und das Eis einen zu Tode erschrickt. Der Frühling. Der Neubeginn. Wohl kaum kann er irgendetwas wieder gerade biegen, was schon längst zerbrochen ist. Doch er kann etwas überschatten mit dem Grün und der Sonne, der Wärme und der Liebe, die man überall zu spüren bekommt. Nicht wegmachen. Nur überschatten. Um das Leben fortzuführen, nicht obwohl, sondern da es so passiert ist.

„Jaja, der Frühling“. Du weißt doch gar nicht, was der Frühling ist. Weißt nicht zu schätzen, wie sich Leben so richtig anfühlt. Kannst keine der vier Jahreszeiten wertschätzen. Bist doch nur auf der Welt, um mit einem desinteressierten Menschen Smalltalk zu führen. Habe ich mich doch gefreut, als ich dich auf der Straße wiedererkannte. So viele Jahre lagen zwischen uns und unserer Freundschaft, von der ich nur mehr wenig spüre. Du hast dich verändert. Ich wurde stiller. Was war das überhaupt, was uns beide verband. Es muss unwichtig gewesen sein, so wie alles verlaufen ist.

Wolken über den Straßen, die mich zu dieser Straße führten. Schon wieder Regen. Der aus dem Schnee Matsch und die Straßen glatt werden lässt. Menschen, die sich unterstellen, um nicht vollkommen durchnässt anzukommen, und irgendwelche verplante Personen, die ihren Schirm aus der Tasche ziehen, weil man nie weiß was kommt. Wie recht diese Menschen haben, und doch haben sie gar keine Ahnung. Würde der Himmel über sie einstürzen, würde auch der beste Schirm nichts nützen. Viel besser die Menschen, die sich unterstellen, und aus der Überraschung und dem Schock das Beste daraus machen.

Ich blicke aus deinem Fenster. Das kleine Tischlein in deiner Küche fasst immer noch unsere zwei Tassen und die unberührten Plätzchen. Sie sehen nicht mal gut aus. Schön, dass du mich so spontan eingeladen hast. Entschuldigung, dass ich schon wieder so schnell gehen muss. Ich habe. Termine, wie man so schön sagt. „Unsere Telefonnummern haben wir ja ausgetauscht. Ich meld‘ mich mal“, sagst du zum Abschied, „Mach’s gut.“ „Du auch.“ Und vorausschauend drücke ich schon die Abweisen-Taste auf meinem Mobiltelefon.

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