But In The End It’s. Right.

Wir befinden uns an einem Punkt vollkommener Sinnlosigkeit in dem Versuch des einfältig verzogenen Seins. Das Melancho-Meditieren der Pseudo-Vernünftigen lässt keine Fragen beantwortet zurück. Und so gesellt er sich zu all den Freunden und Freundinnen, Idioten und Flachwixern um einfach nur zu zeigen: Er lebt noch.

Huch. Werdet ihr sagen. Übertriebener Gebrauch von unnötig verfremdeten Wörtern. Ähm. Stimmt. Ihr habt wohl Recht. Und auch die Benutzung eines Schimpfwortes aus der untersten Schublade. Wohlgemerkt findet es sich nie, und ich meine wirklich nie, im Sprachgebrauch eines Ikarus. Es kam ihm nur so in den Sinn. Hat er irgendwo einmal aufgegriffen. Oder es ist hängen geblieben. Was ist also los. Warum diese sinnlose Aneinanderreihung von Worten.

Weil Ikarus gerne schreiben würde, dass das Leben schön ist. Irgendwie ist es auch schön. Man hat Freunde und nette Arbeitskollegen. Man hat einen Blogkreis um sich und ist Teil einer doch sehr lebendigen und unterhaltsamen Gruppe von interessanten Bloggern. Das Wetter würde auch passen, es regnet zumindest nicht mehr, und das Glatteis hat wahrscheinlich schon genug Todesopfer gefordert. Die Kälte gibt ihm nicht mehr zu denken. Und die Routine wird von Tag zu Tag lustiger, je unroutinemäßiger sie wird, wohlgemerkt.

Wie kann das Leben eines Ikarus auch nur schön sein. Wenn vor kurzem erst wieder jemand zu nahe zur Sonne geflogen ist. Und nicht abgestürzt sondern weitergeflogen ist. Ein Mensch, dem man beim Bauen der Flügel geholfen hat und dem man lehren wollte, etwas anders zu sein. Und der dann ganz alleine, als die Routine einen Ikarus wieder einholte, einfach abhob und nicht mehr zurückkehrte. Wie kann dann ein Leben schön sein, wenn Ikarus Gedanken plagen, die selbst Daedalus nicht kalt lassen würden. Wie kann sich Ikarus des Lebens erfreuen, wenn er den Sinn dahinter nicht mehr zu verstehen vermag.

Darf er sich freuen. Dass das Leben weitergeht. Der Kampf in diesem Labyrinth aus Entscheidungen und Schicksalsschlägen, aus Enttäuschungen und Forderungen. Es muss weitergehen. Und zurzeit fallen ihm die Schritte um einen Hauch einfacher. Vielleicht auch nur, weil man weit genug wegkommen möchte. Weit genug. Um aus dem Abstand heraus schön weiterzuleben. Um nicht ständig damit konfrontiert zu werden. Werden zu müssen.

Ikarus nützt den Tag. Carpt den Diem. Möchte sich zurzeit nur spärlich Erinnern. Weil sich Erinnerungen vermischen und Hoffnungen sich erläutern. Ikarus versucht auch nicht sein Leben zu träumen. Er versucht, seinen Traum zu leben. Bis er bemerkt, wie dumm der Erfinder dieses Satzes hat sein müssen. Der Traum ist nichts Reales. Und die Realität gewinnt immer. Sie hat wahrscheinlich Elektroschockgeräte, mit welchen sie einen einschüchtert und zurück auf die richtige Bahn wirft.

Darf Ikarus überhaupt schon wieder lieben. Ikarus hat nie aufgehört zu lieben. Das ist das Problem und das Schöne am Leben. Er war vielleicht noch nie bereit für eine Beziehung und hat sich doch immer gewünscht, ein Teil einer zu sein. Er weiß auch jetzt noch nicht, ob eine Beziehung etwas Gutes wäre, er weiß nur wen er liebt. Dass die Liebe zurzeit scheinbar einseitig ist, lässt ihn warten. Aber im Gegensatz zu früher erkaltet er nicht daran. Er wartet mit Freude. Vorfreude. Bis die Welt zerbricht. Es dunkel ist.

Und während Ikarus in seinem Labyrinth sitzt, hört er die Musik. Und schreibt mit seiner Kreide Worte auf den Boden des Irrgartens. Um nicht vollkommen alleine zu sein. Und wenn er sich einsam fühlt, setzt er sich hin und liest sich alles noch einmal durch. Bei einem kleinen Glas Musik, mit einem Happen Selbstironie und natürlich mit der gewohnten Prise Melancholie.

Dass der kleine Sonnenflieger, der sich nicht abzuheben traut, aber immer noch zu einen der renomiertesten Nichtwisser gehört, scheint in Anbetracht all dieser Fakten wohl eher nebensächlich. Ikarus versucht das Leben zu lieben. Und auch zu Gott, oder diesem einen großen Ding, was doch irgendwie da sein muss, wieder eine passende Beziehung aufzubauen. Es gibt viele Ungläubige, er verurteilt sie natürlich nicht, aber er kann einfach nicht ohne. Er braucht irgendetwas absolut Surreales, um sich daran festzuhalten. Ikarus liebste Aufgabe ist zurzeit das Denken. Das Sich-Gedanken-Machen. Das Träumen von einer schönen Welt. Das unnötige Hoffen. Um das Leben wieder zu einer Sonnenallee zu machen.

Wenige nur werden Ikarus‘ Gedanken verstehen, so verschroben und schlaftrunken sind sie geworden. Und doch wird irgendjemand irgendwann einmal an diesen kleinen Ikarus denken, und wird ihn fragen, was er denn nun vom Leben hält. Und Ikarus wird aus seinem Irrgarten hochblicken und zu lachen beginnen. Und wenn er dann seine Flügel ausbreitet, wird man wissen, dass das Leben doch noch lebenswert für ihn wurde. Dass er nun keine Angst mehr vor der Sonne hat. Dass es trotz all der Rückschläge und Enttäuschungen doch noch etwas Schönes im Leben geben darf.


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