
Ein Gespräch. Irgendwann einmal das Lenken in Richtung Blog. Und Bloggen. Und meine Art zu Bloggen.
Ich habe wieder einmal deinen Blog gelesen. Und jedes Mal wenn ich ihn lese, habe ich irgendwie Schuldgefühle. Als würde ich ein Tagebuch lesen.
Womit du Recht hast. Es ist zu einer Art Tagebuch geworden. Man findet alles hier. Meine Gefühle, Gedanken, unausgesprochenen Worte und ausgedachten Geschichten. Ist es zu persönlich? Verrate ich zuviel aus meinem Leben?
Ich würde viel Privates nicht schreiben. Oder so schreiben, dass sich nur ganz wenige auskennen.
Wie soll ich auf Privates verzichten. Meintest du die Texte über Liebe? Die meine Gefühle einfach wiederspiegeln. Würde die Person, an die das „du“ gerichtet ist, das lesen, was würde dann passieren? Vielleicht würde dann alles schneller passieren. Es würde sich rasanter entscheiden, in welche Richtung es geht.
Ich weiß ehrlich nicht, wer jetzt nun meinen Blog liest. Ob nun viele Freunde dabei sind, wenn ich mein Leben virtuell wiedererlebe. Selbst SiteMeter, dieses Programm, was mir sagt, von wo die Leser kommen, sagt mir nicht, wer denn hier nun liest. Schreibe ich zuviel Privates? Schreibe ich zuviel.
Und so würde ich nun gerne wissen, was du von meinem Diary hältst. Es würde mich freuen, wenn du mir einige Antworten beantworten könntest.
- Ist mein Blog zu persönlich?
- Verrate ich zuviel aus meinem Leben?
- Lebt es sich besser als anonymer Schreiber?
- Schreibe ich zuviel Privates, zu vieles, was eigentlich ungeschrieben bleiben soll?
- Was würdest du sonst gerne hier lesen?
- Welche Kategorie gefällt dir am besten?
- Und was fehlt hier in diesem Blog?
Ich sage schon mal danke im Vorraus und hoffe auf sehr viele hilfreiche Antworten.

—Ist mein Blog zu persönlich?
dein blog is sehr persönlich, aber wie würdest du zu persönlich definieren? müsste man dann nicht sagen, dass eigentlich jeder blog eine art tagebuch für diverses darstellt?
—Verrate ich zuviel aus meinem Leben?
wir erzählen alle viel über unser leben, manchmal laut und manchmal leise, wer sich nicht dafür interessiert, hat keinen zwang es zu lesen. das ist das schöne am bloggen, es gibt menschen, die sich für dich und deine posts interessieren und anderen bist du als kleiner winzling im großen www eigentlich so ziemlich egal.
—Lebt es sich besser als anonymer Schreiber?
hab nur einen vergleich von früher. es ist sehr nett, mit sicherheit… aber offener zu den menschen bist du eigentlich nur dann, wenn du wirklich und wahrhaftig einfach du bist… als offizielles du selbst.
—Schreibe ich zuviel Privates, zu vieles, was eigentlich ungeschrieben bleiben soll?
gibt es denn eine vorschrift, was genau man schreiben darf oder muss? nein. wenn du denkst, dass du zu viel persönliches von dir preis gibst, dann hör es auf. nur du kannst es kontrollieren, wenn du das möchtest.
Was würdest du sonst gerne hier lesen?
hier passt alles perfekt… hier lerne ich einen guten freund noch besser kennen und es ist schön, am wochenende einfach zu wissen, was die mir wichtigen menschen zuhause so getan haben.
Welche Kategorie gefällt dir am besten?
hmm… lebendiges, psychisches, liebendes, minimal literarisches, freundliches, … eigentlich alles. vor allem deine ehrlichkeit.
Und was fehlt hier in diesem Blog?
nichts, er ist qualitativ hochwertig… aber… eigentlich… doch… eines gibt’s… auf dem qualitativ hochwertigen tv-sender vox haben die das auch…
werbung 😉
Auch wenn das jetzt vielleicht nicht so hilfreich ist: Stell dir die Fragen selbst. Nur du kannst wissen, was zu persönlich ist, wo bzw. ob eine Grenze verläuft. Das ist dein Ding. Ich hör dir jedenfalls gerne zu.
Mal dankeschön. An Htwo. An Lahja. Und an Lautsprecher. Dankeschön.
Ich würde sagen, der Blog ist manchmal persönlich, vielleicht auch manchmal zu. Aber mich stört das nicht so. Deswegen … ähm … versteht ihr was ich meine?
ich werd dann mal versuchen, mich diesen Fragen „ernsthaft“ und mit möglichst wenig „da stimme ich … zu“ zu widmen.
bezüglich Werbung hätte ich sogar schon einen Sujetvorschlag 😉 – ich hoffe, ich setze hier jetzt die richtige Bilder-Adresse als Link…
http://www.eventshooters.com/pics/02/00/bd/81b9_.0000011cf.jpg
oi. es hat geklappt. ich kann Bilder verlinken, sodass man nachher wirklich das Bild sieht, wenn man draufklickt *ganz begeistert über mich selber bin*
so… jetzt also meine Antworten auf die obigen Fragen:
• Ist mein Blog zu persönlich?
Er ist sehr persönlich, ja. Aber ich (als „Fremde“) würde mir nicht anmaßen, dadurch behaupten zu können, dich zu „kennen“ oder „fast alles“ über dich zu wissen. Dazu gehört mehr als dass man einen Blog liest (m.M.n. jedenfalls).
• Lebt es sich besser als anonymer Schreiber?
Was ist ein „anonymer Schreiber“? Jemand, der seinen Namen nicht nennt? Bis zu welchen und wievielen Teilen seines Namens/Adresse/Arbeits- oder Ausbildungsstätte ist man „anonym“? Wenn jemand Informationen über eine Person sucht, wird er heutzutage im Internet wahrscheinlich immer fündig werden, wenn er es etwas gewitzt anstellt, auch Sachen finden, die nicht direkt mit dem bürgerlichen Namen desjenigen verknüpft sind („Assoziationskette“ von Nickname zu Nickname etc.). Wenn jemand wissen will, ob und was ich blogge, wird sich das herausfinden lassen, auch wenn in meinem Blog mein Nachname kein einziges Mal steht. Insofern müsste man einen Blog über „irgendwas“ schreiben, um „anonym“ zu bleiben.
• Verrate ich zuviel aus meinem Leben? plus: Schreibe ich zuviel Privates, zu vieles, was eigentlich ungeschrieben bleiben soll?
Ob Goethe oder sonst ein Dichter nun etwas mit autobiographischen Zügen (z.B. Werther) bzw. ein Gedicht an eine Angebetete schreibt und dies dann ein, zwei, dreißig Jahre später im Druck erscheint oder ob man dies umgehend bloggt, macht nicht wirklich einen Unterschied – der Blog ist schneller und direkter, aber man kann ihn auch leichter bearbeiten, als man eine ganze Auflage Bücher wieder einziehen kann. Das Ergebnis von Buch und Blog ist das Gleiche: Das Geschriebene wird öffentlich. Menschen, die das was sie erlebt haben, in Worte verpacken können, die gern gelesen oder gehört werden, haben dies wohl zu allen Zeiten in einer der technischen Entwicklung ihrer Zeit adäquaten Weise getan.
• Was würdest du sonst gerne hier lesen? plus: Welche Kategorie gefällt dir am besten? plus: Und was fehlt hier in diesem Blog? = kurz: Blogkritik
Also mir gefällt’s hier, es gibt nichts zu meckern. Außerdem sollte in deinem Blog ja doch in erster Linie das stehen, was du hineinschreiben willst und nicht das, was sich andere wünschen.
Nochmal vielen Dank. An hoch21 und jü!
@ hoch21. Das Video kannte ich schon. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Keine Ahnung. Finde es nicht so … ähm. Interessant. Irgendwie übertrieben.
(1) Es ist sehr persönlich. Das „zu“ hingegen kannst nur Du selbst beurteilen. (2)+(4) Eine Beurteilung, ob Du zuviel detailliertes Wissen verbreitest, obliegt auch nur Dir, (3) ebenso ob Anonymität Dir lieber ist. Gerade Letzteres muss man für sich selbst entscheiden. Anonymität kann eine wärmende Decke sein, aber genau die ist manchmal im Weg, wenn man sich (im Falle eines Blogs) kombiniert als Person über sein Schaffen stellen möchte.
Was mir immer im Gedächtnis ist: „Think before you post!“