
Gestern ist es mir wieder eingefallen. Ich hätte es fast vergessen. Obwohl ich dachte, ich würde es nie. Heute vor einem Jahr, vor genau 365 Tagen geschah etwas, was meinem Leben irgendwie einen neuen Anstoß verleihen sollte. Die alten Blogeinträge geben mir heute nur bedingt Aufschluss, über die Gefühle, die ich damals hatte. Über die Gedanken, die meinen Kopf schmückten. Über die Verliebtheit, die voller Zweifel und Angst war. Bis eben zu diesem Tag im Jahre 2006.
Es war ein Dienstag. Am Vormittag noch mit meiner Mutter einkaufen, habe ich mir für Nachmittags nichts vorgenommen. Ein Treffen war vereinbart. Mit einer jungen Frau. Ich nahm eine Decke mit, und meine alltäglichen Sachen (meine Umhängetasche mit vollem Inhalt). Und irgendwann kam auch sie. Zum See. Irgendwann bewegten wir uns vom See weg, setzten uns auf eine Brücke. Erlebten unseren ersten gemeinsamen Kuss. Jetzt im Nachhinein können wir wohl beide nur mehr lachen, wie hilflos wir uns damals angestellt haben. Den ganzen See abgegangen, Initialien in einen Baum geritzt, uns an den verschiedensten Plätzen geküsst. Ganz klischeehaft in ein Cafè gegangen und eine „Heiße Liebe“ gegessen. Uns für die nächsten Tage verabredet. Es waren wunderschöne Stunden. Unglaubliche Stunden.
Scheinbar haben wir im Oktober die ersten Differenzen gehabt. Ende Februar zerbrach es. Zwei Wochen oder so später trafen wir uns wieder. Und alles schien wieder perfekt zu sein. Zwei Monate darauf musste ich den Schlussstrich ziehen. Das Ende war also da. Und nach einem Gefühlsflashback kam ich irgendwann über dich hinweg. So wie man eben über dich hinwegkommen kann. Jetzt sind wir Freunde. Gute Freunde. Hätten wir uns das gedacht, wenn wir am 15. August 2006 darüber nachgedacht hätten. Hätten wir nur ansatzweise den Verlauf der Dinge vorhersehen können? Wohl kaum. Schön war es.
