
Vor ungefähr achtundvierzig Stunden beendete ich es. Die ganze Zeit mit Kettcar im Ohr.
Ich war der glücklichste Mensch, als ich sie am 15. August 2006 das erste Mal küsste. Wir wurden ein Paar. Und es hielt 4 Monate lang eigentlich perfekt. Dann der erste Streit. Dann das erste Mal. Und dann die Stille in der Beziehung. Der Bruch. Und die wieder Vereinigung. Sie geschah Ende Februar. Wir sagten uns, wir versuchen es noch einmal. Sahen Hoffnung. Doch es veränderte sich nichts. Der Schmerz war da, die Gedanken, die Zweifel. Das Ende schien sich zu nähern. Doch wir sahen uns so selten, dass wohl niemand diesen Schritt wagen wollte.
Und doch fuhr ich zu dir. Mit meinem alten Moped. Und hörte durch die Kopfhörer von meinem kleinen Mp3-Player das Lied „48 Stunden“ von Kettcar. Und immer wieder hörte ich die Zeile Mach immer was dein Herz dir sagt. Und die Melodie, den Text bekam ich den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf. Und so zog die Sonne vorbei. Es wurde Nacht. Und als ich gehen wollte, sprachen wir noch einmal über unsere Beziehung. Und ich erklärte ihr, was mir fehlen würde. Sie stimmte mir zu. Konnte mir aber auch nicht sagen, warum es nun so ist, wie es eben es.
Und wir kamen wieder zu diesem einen Wort. Trennung. Und ich wusste nicht was ich sagen wollte. Immer wieder dieses Mach immer was dein Herz dir sagt. Sollte ich meinem Herz folgen. Wieder und immer wieder. Wenn ich jetzt auch noch auf mein Herz höre, dann zerstöre ich mich immer weiter. Mache mir Gedanken. Lebe im Zweifel. Und spüre den Schmerz. Nein, ich möchte nicht auf mein Herz hören. Ein einziges Mal möchte ich egoistisch sein. Möchte auf mein Gehirn hören. Möchte mein Leben neu beginnen. Möchte alledem ein Ende setzen. Und so sage ich es dir auch. Erkläre dir alles. Dass ich nicht etwas aufrechterhalten möchte, was doch nichts mehr ist. Unsere Beziehung war keine Beziehung mehr. Sie war nur mehr eine Freundschaft. Wenn auch keine Gute. Es hatte keinen Sinn mehr.
So oft noch hätten wir sagen können „Versuchen wir es noch einmal.“ Doch es hätte ja doch nichts genützt. Es konnte nicht mehr so werden, wie es war. Wir hatten uns verändert. Haben uns auseinander gelebt. So blöd es sich anhört. Aber ich musste diesen Schritt wagen. Musste es wagen, dir auf Wiedersehen zu sagen. Ich sah nur mehr Tränen in deinen Augen. Wie sie langsam von deiner Wange rannen. Ich dachte mir nur, ach, du verdammtes Herz. Ich kann nicht auf dich hören. Ich kann es nicht. Selbst wenn die Liebe noch da ist. Selbst wenn ich dich immer noch so liebe, wie ich es immer getan habe. Das geht nicht. Das wäre Selbstzerstörung auf höchstem Niveau. Verloren in einer Beziehung die doch eigentlich auf Liebe aufgebaut sein soll. Ich kann nicht auf mein Herz hören. Du stimmst mir zu. Ich möchte ein einziges Mal egoistisch sein. „Sei es.“, sagtest du mir. Und als die Worte über meine Lippen kamen, fühlte ich mich nicht unbedingt schlecht. Ich fühlte mich verändert. Vielleicht freier als vorher.
Und wir begannen zu reden. Du gabst mir einen Teil meines Geburtstagsgeschenkes. Und ich fragte dich, ob du mein Buch schon gelesen hast. Ich hatte es dir doch per E-Mail geschickt. Du sagtest nein. Dann erklärte ich dir, dass du die Widmung noch nicht gelesen hast. Dort steht geschrieben: „Für dich, mein erste große Liebe“. Wieder kullern Tränen hinunter. Ich würde dich am liebsten in den Arm nehmen. Würde dir sagen, wie sehr ich mir doch wünschte, dass doch wieder alles perfekt geworden wäre. Doch wir sitzen hier, bei dir, am Boden der Küche. Besser gesagt, du sitzt, ich liege. Meinen Kopf an deinen Beinen. Ich sehe in die Luft, du siehst mich an. Warum ist dies nun kein schmerzhafter Abschied. Warum fühle ich mich nun so wohl.
Wir beginnen zu reden. So ungezwungen und frei wie wir es zum letzten Mal in der Kapelle getan haben. Als wir noch Freunde waren. Zwar mit Gefühlen füreinander und unglaublich verliebt. Aber dieses Mal war es fast genauso. Du strichst mir durch mein Haar, gabst mir die Zärtlichkeit, die ich in unserer Beziehung am Schluss so vermisste. Ich fühlte mich wohl neben dir. Wollte einfach nur mit dir reden, und Zeit mit dir verbringen. Du warst wie verändert, und ich denke, ich war es auch. Ganze zwei Stunden haben wir noch geredet, bis zwei Uhr morgens. Redeten über alles, Gott und die Welt.
Und so fuhr ich nach Hause, wieder mit den Kopfhörern im Ohr und Kettcar spielend. Und ich höre die Zeile wieder. Mach immer was dein Herz dir sagt, und begrab es an der Biegung des Flusses. Und im Gedanken blieb ich stehen. Stieg von meinem Moped, und begrub mein Herz, an der Biegung des Flusses. Es ist vorbei. Und es ist schön.
Wie kann so etwas falsch sein, was sich so richtig anfühlt. Wir haben das Richtige gemacht. Das weißt du, und auch ich weiß das. Aber, du weißt, normalerweise sage ich das nicht, aber … lass uns Freunde bleiben. Dich möchte ich nicht aus meinem Leben auslöschen. Dich endgültig zu verlieren wäre das Schlimmste. Lass uns Freunde bleiben beziehungsweise beste Freunde werden. Wir haben das Zeug dazu. Und die Kraft. Vielen Dank für diese neun Monate. Für die Zeit mit dir.

eine grenzenlose liebe, gegen die paar hundert kilometer.
kettcar treffens auf den Punkt
und ich finde mich grade in dem was du schreibst ziemlich wieder
viel Kraft
K.
Du sprichst mir sowas von aus der Seele. Genauso gehts mir im Moment.
Viel Glück heut nacht und viel glück demnächst
wenn du weitermachst oder untergehst.
Wenn du aufhörn willst und einsehen musst,
zwischen „komm zurück“ und wirklich schluß.